
Der Landwirt Kilian Baumann fordert den Abbau struktureller Nachteile für Schweizer Weine im Detailhandel. (Symbolbild)
Olivier Ruprecht
Mit der von Kilian Baumann (Grüne, BE) eingereichten Motion soll die inländische Wertschöpfung im Weinsektor gestärkt und der Druck auf Schweizer Winzerinnen und Winzer gemindert werden. Im Zentrum der Kritik stehen aggressive Tiefstpreis-Aktionen im Detailhandel, die insbesondere bei Wein als Lockvogelangebote eingesetzt werden.
Solche Aktionen dienen häufig nicht in erster Linie dem Abbau von Überbeständen, sondern fungieren als sogenannte Frequenzbringer: Sie sollen Kundinnen und Kunden in die Geschäfte locken und zu zusätzlichem Konsum animieren. Problematisch sei dabei, dass die beworbenen Weine oft aus dem Ausland stammen. Dies verschärft die ohnehin angespannte Lage der Schweizer Weinproduzentinnen, deren Absatz seit Längerem rückläufig ist.
Strukturelle Nachteile für Schweizer Weinbranche
Die Motion «Inländische Wertschöpfung sichern: Keine Lockvogelangebote mit Tiefstpreis-Aktionen bei Wein» fordert den Bundesrat auf, hier steuernd einzugreifen. Konkret soll er gemeinsam mit dem Detailhandel Zielvereinbarungen ausarbeiten oder falls nötig rechtliche Grundlagen schaffen, um solche Marketingstrategien einzuschränken. Das Ziel besteht darin, die Verwendung von Wein als reines Lockmittel zu unterbinden und somit fairere Wettbewerbsbedingungen für die inländische Produktion zu schaffen.

Mit einer Motion will Kilian Baumann auch den Detailhandel in die Pflicht nehmen.
Monika Gerlach
Baumann betont, dass Sonderangebote und Aktionen des Detailhandels durchaus sinnvoll sein können, beispielsweise zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung durch den Abbau von Überbeständen. Die Kritik richte sich vielmehr gegen systematische Tiefstpreisstrategien, die primär auf Verkaufssteigerung abzielen und dabei strukturelle Nachteile für die Schweizer Weinbranche verstärken.
«Eine Einschränkung von Werbe- und Marketingstrategien mit Tiefstpreis-Aktionen bei Wein wäre eine konsequente Weiterführung der Strategie zur Aufwertung der inländischen Produktion von Wein, ohne dass gleichzeitig die Anstrengungen der öffentlichen Hand im Bereich des Jugendschutzes und der Gesundheitsförderung untergraben werden.»
Folgende Personen haben die Motion mitunterzeichnet: Sibel Arslan (Grüne, BS), Rudi Berli (Grüne, BE), Florence Brenzikofer (Grüne, BL), Christophe Clivaz (Grüne, VS), Balthasar Glättli (Grüne, ZH), Raphaël Mahaim (Grüne, VD), Sophie Michaud Gigon (Grüne, VD), Léonore Porchet (Grüne, VD), Katharina Prelicz-Huber (Grüne, ZH), Marionna Schlatter (Grüne, ZH), Meret Schneider (Grüne, ZH), Michael Töngi (Grüne, LU) sowie Felix Wettstein (Grüne, SO).
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