Kampf gegen Lockvogel-Wein: Politik will Detailhandel bremsen

Mit einer Motion fordert der Landwirt Kilian Baumann strengere Regeln für Tiefstpreis-Aktionen bei Wein. Durch Lockvogelangebote mit Importweinen geraten Schweizer Winzer unter Druck. Diese sollen zugunsten der inländischen Wertschöpfung eingeschränkt werden.

ome |

Mit der von Kilian Baumann (Grüne, BE) eingereichten Motion soll die inländische Wertschöpfung im Weinsektor gestärkt und der Druck auf Schweizer Winzerinnen und Winzer gemindert werden. Im Zentrum der Kritik stehen aggressive Tiefstpreis-Aktionen im Detailhandel, die insbesondere bei Wein als Lockvogelangebote eingesetzt werden.

Solche Aktionen dienen häufig nicht in erster Linie dem Abbau von Überbeständen, sondern fungieren als sogenannte Frequenzbringer: Sie sollen Kundinnen und Kunden in die Geschäfte locken und zu zusätzlichem Konsum animieren. Problematisch sei dabei, dass die beworbenen Weine oft aus dem Ausland stammen. Dies verschärft die ohnehin angespannte Lage der Schweizer Weinproduzentinnen, deren Absatz seit Längerem rückläufig ist.

Strukturelle Nachteile für Schweizer Weinbranche

Die Motion «Inländische Wertschöpfung sichern: Keine Lockvogelangebote mit Tiefstpreis-Aktionen bei Wein» fordert den Bundesrat auf, hier steuernd einzugreifen. Konkret soll er gemeinsam mit dem Detailhandel Zielvereinbarungen ausarbeiten oder falls nötig rechtliche Grundlagen schaffen, um solche Marketingstrategien einzuschränken. Das Ziel besteht darin, die Verwendung von Wein als reines Lockmittel zu unterbinden und somit fairere Wettbewerbsbedingungen für die inländische Produktion zu schaffen.

Baumann betont, dass Sonderangebote und Aktionen des Detailhandels durchaus sinnvoll sein können, beispielsweise zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung durch den Abbau von Überbeständen. Die Kritik richte sich vielmehr gegen systematische Tiefstpreisstrategien, die primär auf Verkaufssteigerung abzielen und dabei strukturelle Nachteile für die Schweizer Weinbranche verstärken.

«Eine Einschränkung von Werbe- und Marketingstrategien mit Tiefstpreis-Aktionen bei Wein wäre eine konsequente Weiterführung der Strategie zur Aufwertung der inländischen Produktion von Wein, ohne dass gleichzeitig die Anstrengungen der öffentlichen Hand im Bereich des Jugendschutzes und der Gesundheitsförderung untergraben werden.»

Folgende Personen haben die Motion mitunterzeichnet: Sibel Arslan (Grüne, BS), Rudi Berli (Grüne, BE), Florence Brenzikofer (Grüne, BL), Christophe Clivaz (Grüne, VS), Balthasar Glättli (Grüne, ZH), Raphaël Mahaim (Grüne, VD), Sophie Michaud Gigon (Grüne, VD), Léonore Porchet (Grüne, VD), Katharina Prelicz-Huber (Grüne, ZH), Marionna Schlatter (Grüne, ZH), Meret Schneider (Grüne, ZH), Michael Töngi (Grüne, LU) sowie Felix Wettstein (Grüne, SO).

 

Kommentare (4)

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  • Victor Brunner | 01.04.2026
    Was will NR Baumann? Das Gewerbe und Konsumenten bevormunden, ein akutes Problem negieren. Fakt ist seit Jahren wird zu viel mittelmässiger Wein produziert, die Absatzprobleme sind seit Jahren bekannt. Der grüne NR macht das übliche, Probleme in der Landwirtschaft werden nicht gelöst sondern verwaltet im Wissen es gibt immer Wege um an Steuergelder zu kommen!
  • Victor Brunner | 31.03.2026
    Eine Frechheit von Landwirt Kilian Baumann, einmal mehr will ein Bauer die Gewerbefreiheit auf Kosten der Konsumenten einschränken. Fakt ist doch in der Schweiz wird zu viel mittelmässiger Wein produziert, zudem nimmt der Weinkonsum in der Schweiz ab. Die Konsumenten in der Schweiz leiden unter dem Diktat der Bauern, überhöhte Preise, Milliarden müssen sie für die Landwirtschaft bezahlen ohne spürbaren Nutzen, dazu kommen Importzölle um das Biotop der Bauern zu schützen!
  • Frrdy Müller | 29.03.2026
    Qualitativ gute Schweizer Weine verkaufen sich gut. Es wird eher ein "Gesundschrumpfen" des Marktes erfolgen. Die Politik sollte sich nicht in den Markt einmischen, andere Branchen müssen sich auch selbst behaupten.
    • Victor Brunner | 31.03.2026
      Warum haben die Bündner Weinbauern keine Absatzschwierigkeiten während die Massenware aus der Waadt und dem Wallis in den Fässern bleibt? Sie setzen auf Qualität und nicht Quantität!
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