Klima-Rating: Schweiz rutscht auf Platz 22 ab

sda |

Die Schweiz hat sich im internationalen Klima-Rating um sieben Ränge verschlechtert. Das zeigt der am Montag an der Uno-Klimakonferenz in Sharm el-Sheikh veröffentlichte Jahresbericht «Climate Change Performance Index» (CCPI).

Die Schweiz liegt im CCPI hinter Litauen, Ägypten und der EU, wie aus dem Bericht hervorgeht. Ins Rating flossen die Kriterien Klimapolitik, Treibhausgas-Emissionen, der Energieverbrauch und Massnahmen für erneuerbare Energien. In allen Bereichen rangiert die Schweiz im Mittelfeld.

Hinter Litauen

Die Schweiz liegt hinter Litauen, Ägypten und der EU, wie aus dem Bericht hervorgeht. Ins Rating flossen die Kriterien Klimapolitik, Treibhausgas-Emissionen, der Energieverbrauch und Massnahmen für erneuerbare Energien.

Solche Rankings seien ein klares Zeichen, teilte das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) mit. Mit dem Gegenvorschlag zur Gletscher-Initiative und dem revidierten CO2-Gesetz halte die Schweiz aber an ihren Zielen fest. Sie erfülle die Empfehlungen des Weltklimarates.

450 Klima-Experte

Dass die Schweiz aus den Top 20 gefallen sei, sei das Resultat ihrer blockierten Klimapolitik, sagte der Klima-Experte von Greenpeace Georg Klingler der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er wirkte als einer von 450 internationalen Experten am Bericht mit.

Doch im Teilbereich Klimapolitik machte die Schweiz Plätze gut. Diese Verbesserung bezeichnete Klingler als überraschend. «Die Schweiz hat sich nicht verbessert», sagte er. Würden alle Länder wie die Schweiz handeln, bedeutete dies eine Erderwärmung von 3 Grad – also doppelt so viel wie das durch das Pariser Klimaabkommen angestrebte Ziel von 1,5 Grad.

Kein Land ist vorbildlich

Wie die Schweiz bei einzelnen Kriterien abgeschnitten hat, hänge mit dem Abschneiden anderer Länder zusammen und dürfe daher nicht zu hoch bewertet werden, sagte Klingler. Dass auch andere Länder nicht genügend abschneiden, sei spätestens seit der Rede von Uno-Generalsekretär António Guterres bekannt. An der Eröffnung der Klimakonferenz sprach Guterres von einem «Highway zur Klimahölle».

Nicht in die Bewertung mit eingeflossen sind jüngste Bestrebungen der Schweizer Politik, wie etwa der Gegenvorschlag der Gletscherinitiative oder Massnahmen für mehr erneuerbare Energien, wie Klingler sagte. Letztes Jahr war die Schweiz im Gesamtklassement um einen Platz auf Rang 15 abgerutscht. In der Kategorie Klimapolitik verlor sie 28 Ränge. Die Experten des Index verwiesen dabei auf das abgelehnte CO2-Gesetz.

Ausweichen in internationale Projekte

Für Klingler setzt die Schweiz bei der Reduktion ihrer Treibhausgas-Emission einen falschen Fokus. Im Ausland unterstütze sie Projekte, um ihre CO2-Emissionen zu senken. Dies sei an sich sinnvoll. Es solle aber nicht als Ersatz für Projekte in der Schweiz dienen. «Das ist ‹Greenwashing›», sagte Klingler.

Vergangene Woche kam die Schweiz diesbezüglich auch international in die Kritik. «Die Schweiz bezahlt arme Länder, um ihre eigenen Emissionen zu senken», titelte die «New York Times».

«Klares Zeichen»

Solche Rankings seien ein klares Zeichen an die Schweiz, dass man nicht zu den besten und ambitioniertesten Ländern gehöre, wie das im Land selbst oft wahrgenommen werde, teilte das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

Zugleich betonte das Uvek in seiner Stellungnahme, man halte an der Halbierung der Emissionen bis 2030 und dem Netto-Null-Ziel bis 2050 fest. Mit dem indirekten Gegenvorschlag zur Gletscher-Initiative und dem revidierten CO2-Gesetz, das der Bundesrat im September verabschiedet habe, wolle die Schweiz dieses Ziel erreichen. Sie erfülle damit die Empfehlungen des Weltklimarates.

Pionierarbeit im Ausland

Dem Klimawandel könnten nur alle Staaten gemeinsam entgegentreten, so das Uvek. Die Schweiz setze sich deshalb dafür ein, dass die Sektoren und Länder mit dem grössten Ausstoss in die Pflicht genommen würden. Dazu gehörten auch Länder, die nach dem Pariser Klimaabkommen als Entwicklungsländer gälten, unter ihnen China, Brasilien, Indonesien und Indien.

Den Vorwurf des «Greenwashing» durch Projekte im Ausland wies das Departement zurück. Die bilateralen Abkommen mit anderen Ländern ersetzen nicht Anstrengungen im Inland. Es sei klar, dass die Emissionen zum grossen Teil in der Schweiz selbst sinken müssten. Es gehe um Projekte, die sonst nicht realisiert würden. Zudem setzten die Verträge hohe Standards in Sachen Klimaschutz und Menschenrechte. Die Schweiz leiste in diesem Bereich Pionierarbeit.

Kommentare (9)

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  • Beat Furrer | 16.11.2022
    Es geht doch nur um Weltsozialismus (= Kommunismus), also Umverteilung. Wir sollten da gar nicht mitmachen. CO2 ist ungefährlich, ungiftig und gut für Pflanzenwachstum und Klima. Den Sozialisten geht es nicht um Umweltschutz und Klima, sondern um ihr sozialistisches Neid-Programm.
    • Jonas Hartmann | 16.11.2022
      8 Kommentare??? Hier stehen noch 2!! Wenn der SB einfach alles löscht, sollte zuminest auch der Zähler zurückgesetzt werden. Und wieso bleibt hier Beats Blödsinn als einer der 2 nicht gelöschten Kommentare stehen? Wenn ihr sowas macht, könnt ihr auch gleich die Kommentarfunktion deaktivieren.
  • Thurgauner | 14.11.2022
    Nimmt den Nächsten Flughäfen um sh.el Sh. das Petrol weg dann sind Tausende von Schwätzern auch blockiert.Zum Beispiel G.Klingler.
  • Ramon | 14.11.2022
    etwas wurde noch vergessen: CO2 ist ein Klimagas - aber das passt wohl nicht in den Kopf.
    • Beat Furrer | 14.11.2022
      CO2 hat bei ganz niedrigen Konzentrationen einen Einfluss auf die Temperatur. Aber nicht bei 400 bis 800 ppm. Das passt wohl nicht in deinen Kopf?
      • Ramon | 15.11.2022
        spannende Theorie: Erkläre mir doch bitte das physikalische Konzept dahinter.
        • Beat Furrer | 15.11.2022
          Gerne. Die Wirkung von CO2 auf dass Vermögen Infrarot-Strahlung zurückzusenden und damit die Temperatur zu erhöhen ist bei den ersten 50 ppm in der Atmosphäre sehr gross, so dass die Temperatur durch Erhöhung von Null auf 50 ppm CO2 sich um mehrere Grad erhöht. Die Wirkung nimmt aber sehr stark ab. Bei einer Erhöhung von 400 ppm auf 800 ppm CO2 ist die Temperaturerhöhung minim bis Null. Analog zur abnehmender Wirkung von Dünger auf das Pflanzenwachstum.
        • Beat Furrer | 15.11.2022
          Ramon, wenn es dir nicht nur um Rechthaberei und Provokation geht (was ich leider befürchte, aus deinen bisherigen Kommentaren und Reaktionen zu schliessen), dann höre dir doch (auf Englisch) das folgende kurze Erklärvideo an: Astronomy - Ch. 9.1: Earth's Atmosphere (56 of 61) The 1st 20 PPM produces 50% of Greenhouse Effect von Michel van Biezen auf YouTube.
        • Beat Furrer | 15.11.2022
          Und Ramon, da ja Wasserdampf das wichtigste "Klimagas" ist und es Überlappungseffekte gibt, kannst du dir auch noch das Erklärvideo dazu ansehen: Astronomy - Ch. 9.1: Earth's Atmosphere (21 of 61) What is the Overlap Effect?
          Das Video erklärt, wie der Effekt von CO2 auf die Temperatur mit zunehmender CO2-Konzentration abnimmt.
          Gerne erwarte ich ein positives Feedback von dir, Ramon!

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