Klimastrategie der Schweizer Post sorgt in deutschem Dorf für Ärger

Ein Rentner aus Thüringen wirft der Schweizerischen Post vor, durch Holztransporte Lärm und Staub in sein Wohnquartier zu bringen. Er wehrt sich mit juristischen Mitteln.

Jacqueline Graber |

Die Schweizerische Post kaufte 2023 den 2400 Hektaren grossen Zillbacher Forst in Thüringen für rund 70 Millionen Franken. Der Wald ist Teil ihrer Klimastrategie: Sie müsse bis 2040 klimaneutral sein, schaffe dies nach eigenen Angaben aber nur zu 90 Prozent aus eigener Kraft, berichtet die «Sonntags Zeitung» . Für den Rest setze sie auf eine eher neue und bezüglich der CO2-Anrechnung nicht unumstrittene Methode.

Die Post möchte den Wald intensiv nutzen, um Bauholz zu gewinnen, das über lange Zeit CO2 speichert. Dieses im Holz gebundene CO2 soll zur Verbesserung ihrer Klimabilanz beitragen. Dafür werden zahlreiche Bäume gefällt, darunter auch viele, die vom Borkenkäfer geschädigt sind.

«Die Ruhe genommen»

Die Abtransporte der Bäume bekommt Albrecht Lorenz zu spüren. Lorenz wohnte zuvor im dicht besiedelten Köln. Auf der Suche nach Ruhe zog er ins kleine Dorf Zillbach in Thüringen. «Die Schweizer Post hat mir die Ruhe genommen», sagt er am Telefon gegenüber der «Sonntags Zeitung».

Seit der Übernahme des Waldes fahren regelmässig schwere Holztransporter an seinem Haus vorbei. Er beklagt Lärm, Staub und den Verlust der ländlichen Idylle. Besonders stört ihn, dass eine früher geschlossene Zufahrt zum Wald nun offen ist und die Lastwagen direkt durch das Wohngebiet fahren.

Lorenz versuchte mehrfach, bei der Post und den Behörden Gehör zu finden, und schlug einen alternativen Zufahrtsweg vor. Die Gemeinde beschloss zwar eine Gewichtsbeschränkung von 7,5 Tonnen für die betroffene Strasse, doch diese wurde bisher nicht umgesetzt, da das Verfahren bei der zuständigen Verkehrsbehörde noch nicht abgeschlossen ist.

Notwendige Transporte

Die Post verweist darauf, dass derzeit keine gültige Beschränkung besteht, und erklärt, die Belastungen für die Anwohner seien ihr bewusst. Gleichzeitig betont sie, dass die Transporte für die Bewirtschaftung des Waldes notwendig seien. Da sich die Situation aus Sicht von Lorenz nicht verbessert hat, geht er nun rechtlich gegen die Verantwortlichen der Post und gegen Behördenvertreter vor.

Übrigens: Die Gemeinde hätte den Wald gern selbst gekauft, sagte der Bürgermeister der Gemeinde, Jan Heineck gegenüber der «Sonntags Zeitung». Zudem habe sie ein Vorkaufsrecht gehabt. Der Wald sei jedoch schlicht zu teuer gewesen.

Kommentare (1)

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  • Gesunder Menschenverstand | 22.06.2026
    Ich sage schon lange, das unsere Wälder und Felder gut fürs Klima sind.
    Wir Bauern sind die einzigen Klimaverbesserer!
    Darum: Bauern macht nicht mit, bei dem Klimatheater!
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