
Alois Huber sitzt seit 2020 für die SVP im Nationalrat und bewirten mit seiner Familie seit 1999 das Bauerngut neben dem Schloss Wildegg.
zvg
Der Aargauer SVP-Nationalrat Alois Huber wird bei den Wahlen 2027 nicht mehr antreten. Offiziell begründete der 63-jährige Biobauer aus Möriken-Wildegg seinen Entscheid mit persönlichen, beruflichen und privaten Gründen. Wie die «Aargauer Zeitung» berichtet, gibt es allerdings weitere Hintergründe zu seinem Rückzug.
Huber stand zunächst auf der provisorischen SVP-Kandidatenliste für die Nationalratswahlen. Für die definitive Kandidatur hätte er der Findungskommission jedoch einen Betreibungsregisterauszug vorlegen müssen. Diesen reichte er nicht ein. Stattdessen teilte er der Kommission seinen Verzicht mit. «Das kam für uns überraschend, weil Alois Huber zuvor mehrfach gesagt hatte, dass er wieder antreten wolle», sagt Mario Gratwohl, Leiter der Findungskommission, gegenüber der «Aargauer Zeitung».
Gerüchte um finanzielle Lage
Laut mehreren Quellen aus der Partei soll Huber mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfen. Die Rede sei von Ausständen beim Pachtzins, beträchtlichen Schulden und möglichen Betreibungen. Gratwohl sagt, er habe von den Gerüchten gehört, kommentiere sie aber nicht.
Huber weist insbesondere die Gerüchte über ausstehende Pachtzinsen zurück. «Ich zahle den Pachtzins sogar für drei Monate im Voraus, dieses Gerücht ist absolut falsch», sagt er gegenüber der «Aargauer Zeitung». Er räumt jedoch ein, dass seine finanzielle Lage schwierig sei. Im Sommer sei zu wenig Gras für seine Kühe gewachsen, weshalb er Futter teuer habe zukaufen müssen. Zu möglichen Betreibungen äussert er sich nicht: «Meine Finanzen sind Privatsache, dazu äussere ich mich nicht.»
Alois Huber sitzt seit 2020 für die SVP im Nationalrat und bewirten mit seiner Familie seit 1999 das Bauerngut neben dem Schloss Wildegg. Laut der Webseite des Betriebs hält die Familie Huber 60 Milchkühe, 45 Aufzuchtrinder (teilweise im Aufzuchtsvertrag) und 100 Mastschweine.
Wahlkampf wäre zu teuer
Einen weiteren Grund für seinen Verzicht nennt Huber selbst: Er wolle nicht 40'000 bis 50'000 Franken in einen Wahlkampf investieren, wenn seine Erfolgschancen unsicher seien. 2023 war er als Bisheriger nur dank eines zusätzlichen siebten SVP-Sitzes im Nationalrat bestätigt worden. Auch 2027 hätte ihm Konkurrenz aus den eigenen Reihen drohen können.
Sein Nationalratsmandat will Huber jedoch bis zum Ende der laufenden Legislatur ausüben. «Ich bin für vier Jahre gewählt und werde meine Amtszeit auch beenden», sagt er gegenüber der «Aargauer Zeitung».
Alois Huber war von 2013 bis 2021 Präsident des Bauernverbands Aargau und ist seit 2021 Vizepräsident des Schweizer Bauernverbands (SBV). Zudem ist er Präsident des Schweizerischen Pächterverbands.