Lebensmittelschutz-Initiative eingereicht

Eine breite Allianz hat am Freitag mit 137'000 Unterschriften die Lebensmittelschutz-Initiative eingereicht. Unterstützt wird die Initiative auch von Bio Suisse. 

sda/blu |

Diese verlangt eine Kennzeichnung gentechnisch veränderter Produkte sowie eine umfassende Risikoprüfung für jeden Gentech-Organismus. Ausserdem fordert sie Schutz für die gentechnikfreie Landwirtschaft und eine Einschränkung von Patenten. «Die Menschen in der Schweiz wollen auch in Zukunft selbst entscheiden, was auf ihren Teller kommt», liess sich Martin Graf, Präsident des Vereins für gentechnikfreie Lebensmittel in einer Mitteilung am Freitag zitieren.

Kosten nicht überwälzen

Unterstützt wird die Initiative auch von Bio Suisse. «Der Biolandbau ist und bleibt in der Schweiz und der EU gentechnikfrei. Die Wahlfreiheit und der Schutz einer gentechnikfreien Landwirtschaft ist für Bio Suisse deshalb zentral», schreibt die Organisation. Die Lebensmittelschutz-Initiative fordert, dass eine gentechnikfreie Landwirtschaft auch bei einer Anwendung der neuen gentechnischen Züchtungsverfahren nicht negativ tangiert wird. «Insbesondere dürfen die Kosten und Aufwände der Koexistenz nicht auf eine gentechnikfreie Produktion abgewälzt werden», macht Bio Suisse deutlich. 

Ziel sei es, das System stetig weiterzuentwickeln, damit die Bio-Landwirtschaft sowohl für die Produzentinnen als auch die Konsumenten unterstützt. «Dabei setzt Bio Suisse sowohl auf bewährte Praktiken, wie auch neue Technologien», heisst es in der Mitteilung. Die Organisation übt Kritik an den neuen Züchtungsmethoden wie  Crisp/Cas-Technologie. «Auch nach weit über 10 Jahren fehlt es an Sorten, die die Versprechen der neuen Technologie einlösen», lautet die Kritik. Bio Suisse fordert deshalb, dass die neuen gentechnischen Verfahren schrittweise erprobt werden

Hinter der Initiative stehen verschiedene landwirtschaftliche Organisationen, Züchterinnen, Vertreterinnen und Vertreter des Konsumenten-, Umwelt- und Tierschutzes, der Kirche, der Wissenschaft und politischer Parteien von links bis rechts. Sie alle wollen mit der Initiative die Landwirtschaft und die Konsumenten mit klaren Leitplanken vor möglichen Risiken der Gentechnik bewahren.

Moratorium bis 2030

Obschon die eidgenössischen Räte erst im vergangenen Jahr das seit 2005 geltende Moratorium für den Anbau gentechnisch veränderter Organismen bis Ende 2030 verlängert hatten, sehen sich die Initianten mit ihrem Anliegen genau zur richtigen Zeit.

«Bundesrat Albert Rösti hat einen Vorschlag für ein Gentechnik-Spezialgesetz vorgelegt, das Mensch, Tier und Umwelt nur unzureichend schützt. Darum definiert die Initiative rote Linien, die das Vorsorgeprinzip und die Wahlfreiheit der Konsumenten garantieren», hiess es weiter.

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