
Die «Feuerwerksinitiative» will das Abbrennen lauter Feuerwerkskörper durch Privatpersonen einschränken.
Ralf Vetterle
«Lautes, unkoordiniertes Feuerwerk ist für viele Menschen und Tiere eine grosse Belastung», ist der Verein «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» überzeugt. Er setzt sich dafür ein, dass Feste in Zukunft auch ohne laute Knallerei gefeiert werden können. Am 29. November 2026 kommt entsprechend seine «Feuerwerksinitiative» zur Abstimmung. Die Initiative will das Abbrennen lauter Feuerwerkskörper durch Privatpersonen einschränken.
Der Verein verweist auf eine von ihm in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts «gfs.bern» aus dem Jahr 2024. Demnach unterstützen 68 Prozent der Stimmberechtigten die Feuerwerksinitiative. Leise Feuerwerksartikel und grosse öffentliche Feuerwerke wären von der Initiative nicht betroffen.
«Rücksicht statt Raketen»
Mit einer Kampagne rund um den 1. August ruft der Verein zu «Rücksicht statt Raketen» auf. Wie es in der Mitteilung anlässlich der Kampagne heisst, versetzt lautes Feuerwerk Heim-, Nutz- und Wildtiere in Panik.
«Die Folgen von Feuerwerk für Tiere und ihre Halterinnen und Halter werden oft unterschätzt. Viele verbringen den 1. August nicht feiernd, sondern mit ihren verängstigten Tieren im Badezimmer oder Keller. Einige Vierbeiner bleiben traumatisiert – ihre Angst hält Tage bis Monate an», lässt sich Maya Bräm, Tierärztin für Verhaltensmedizin und Wissenschaftlerin, in der Mitteilung zitieren. Bei Nutztieren seien insbesondere Fluchttiere stark betroffen.
Gefahr für Tiere
Das bestätigt Sarah Anderhub, Landwirtin aus Eschenbach LU und wünscht sich laut dem Verein Solidarität für jene, deren Tiere verängstigt werden. Sie lässt sich wie folgt zitieren: «Ein unerwartetes Feuerwerk in der Nähe – und plötzlich bricht Chaos im Stall aus. Pferde, Schweine, Hunde, Rinder: Alle geraten in Panik. Klar, ein Feuerwerk am Himmel kann schön sein. Für uns bedeutet es aber eine Gefahr für das Wohl unserer Tiere.»
Eine Einschränkung von privatem Feuerwerk würde bereits zu mehr Planbarkeit führen, da grosse öffentliche Feuerwerke räumlich und zeitlich begrenzt sind, schreiben die Initianten und Initiantinnen der Feuerwerksinitiative. Auch Wildtiere würden davon profitieren: So erschreckten beispielsweise Wildvögel durch die plötzliche Knallerei, flögen panisch umher und verlören dabei die Orientierung – oft mit tödlichen Folgen.
Abfall auf Weiden und Felder
Letztlich litten auch Menschen unter dem Lärm, insbesondere Kinder, ältere Menschen und psychisch belastete Personen, ist der Verein überzeugt. Auch an der Umwelt gehe die private Knallerei nicht spurlos vorbei: «Wenn die Feier vorbei ist, bleibt der Abfall auf Weiden und Felder liegen und gelangt in die Gewässer», heisst es im Schreiben abschliessend.
Hier gibt es weitere Infos zur Initiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk»: www.feuerwerksinitiative.ch