In Genf beginnen am Mittwoch Verhandlungen über eine Revision des internationalen Saatgut-Vertrags. Der seit zehn Jahren geltende Vertrag sollte mit Blick auf die gefährdete Vielfalt und auch den globalen Saatgutmarkt überarbeitet werden.
Der internationale UNO-Vertrag «über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft», wie der Saatgut-Vertrag eigentlich heisst, trat im Juni 2004 in Kraft, in der Schweiz im Februar 2005.
Mit dem Vertrag sollte der Austausch von pflanzlichem Genmaterial erleichtert werden, womit neue Pflanzensorten gezüchtet werden könnten. Auch Entwicklungsländer sollten davon profitieren können, werden doch ihre pflanzengenetischen Ressourcen wirtschaftlich genutzt.
Die Erklärung von Bern und die Stiftung ProSpecieRara forderten im Vorfeld der Genfer Verhandlungen eine wirtschaftliche Trendwende. Es sei notwendig, sich nicht mehr an der kurzfristigen Ertragssteigerung zu orientieren, sondern an einer nachhaltigen Züchtung.
Heute stark verbreitete Saatgut-Sorten könnten nicht selber weitervermehrt werden und seien meist durch geistige Eigentumsrechte geschützt. Deshalb müssten sie jedes Jahr neu gekauft werden und das bei immer weniger Firmen, kritisierten die zwei NGO in einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme.