
Martin Rufer ist Direktor des Schweizer Bauernverbandes.
Daniel Salzmann
Es nütze nichts, jetzt in politischen Aktivismus zu verfallen, jeden Betrieb zu testen und dann nicht zu wissen, wie man helfen kann. So schaffe man bloss unlösbare Probleme und Einzelschicksale.
Rufer stiess damit ins selbe Horn wie der Berner Regierungsrat Christoph Ammann (SP), der an der Hauptversammlung des Berner Bauernverbandes in Richtung Kanton Zürich gesagt habe, er finde es falsch, jetzt alle Betriebe zu testen. Denn noch gebe es keinen Höchstwert, und man wisse rund um PFAS noch viel zu wenig.
Hingegen zeigte sich an der Versammlung des Zürcher Bauernverbandes der Zürcher Regierungsrat Martin Neukom (Grüne) stolz auf die Pionierrolle des Kantons Zürich, der fast alle Milchviehbetriebe im Kanton Zürich getestet hat. Das Resultat: 90% der Betriebe lagen unter dem Richtwert der EU, 10% darüber.
Rufer verwies auf die Motion der ständerätlichen Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie, die für das weitere Vorgehen mit PFAS richtungsweisend sein sollte. Es handelt sich um die Motion mit der Geschäftsnummer 25.3421, die nach dem Entscheid des Ständerates am 5. März beide Parlamentskammern angenommen haben.
Um die wirtschaftlichen Auswirkungen zu lindern, sieht die Motion auch vor, dass für sich allein zu stark belastete Lebensmittel mit unbelasteten vermischt werden dürfen, sodass das Gemisch unter den Grenzwerten bleibt. SMP-Direktor Stephan Hagenbuch sagte, bezüglich Entschädigungen müsse der Druck auf den Bund aus den Kantonen kommen.