
Agroscope macht auch Sortenversuche zu Winterweizen.
zvg
Der Bund muss sparen, was auch Agroscope zu spüren bekommt: Das landwirtschaftliche Forschungszentrum hat in einem Communiqué vom Dienstag den Abbau von 58 Vollzeitstellen angekündigt. Grund dafür ist ein strukturelles Defizit von rund 10 Mio. Fr.
Sparmassnahmen
Das Kompetenzzentrum des Bundes für die Forschung und Entwicklung im Agrar-, Ernährungs- und Umweltbereich wird hauptsächlich über ordentliche Mittel des Bundes finanziert. Letztes Jahr betrug der Funktionsaufwand von Agroscope gemäss Staatsrechnung rund 203 Mio. Fr. Circa 175 Mio. davon stammten vom Bund, ungefähr 27 Mio. waren Fremdmittel, wie die Kommunikationsabteilung von Agroscope auf Anfrage schreibt.
Aufgrund verschiedener von Parlament und Bundesrat beschlossener Sparmassnahmen wird nun das ordentliche Jahresbudget von Agroscope bis Ende 2029 im Vergleich zu 2023 um rund 10 Mio. Fr. schrittweise reduziert. Angesichts dieser Ausgangslage reichten die in den Vorjahren ergriffenen Entlastungsmassnahmen nicht mehr aus, um das Budget von Agroscope langfristig ausgeglichen zu gestalten, so die Forschungsanstalt in der Mitteilung. Strukturelle Massnahmen seien unumgänglich.
Fokus auf die Kernaufgaben
Infolgedessen will sich das Agrarforschungsinstitut künftig auf seine Kernaufgaben fokussieren. Das sind die Forschung zur Primärproduktion und zu Umweltwirkungen der Landwirtschaft, gesetzliche Vollzugsaufgaben sowie die Beratung der Politik. Die Forschung in den Bereichen gesunde Ernährung und neue Lebensmittelprodukte, alternative Nischenkulturen, Gewürz- und Medizinalpflanzen sowie Vertical Farming will Agroscope dagegen aufgeben. Auch in weiteren Themen würden die Aktivitäten teilweise reduziert und angepasst, schreibt das Forschungsinstitut in der Mitteilung.
Parallel zur thematischen Fokussierung will Agroscope organisatorische und infrastrukturelle Optimierungen prüfen, um die Kosten zusätzlich zu senken. Ebenso sollen Synergien mit anderen Forschungsinstitutionen genutzt werden.
43 Personen werden entlassen
Der Stellenabbau soll möglichst durch natürliche Abgänge, bestehende Vakanzen und befristete Verträge erfolgen. Dennoch seien 43 Mitarbeitende von Entlassungen betroffen, heisst es in der Mitteilung. Die Umsetzung erfolge nach dem Sozialplan des Bundes. Per Ende April 2026 verfügt Agroscope über einen Personaletat von 877 Vollzeitäquivalenten.
Insgesamt verfügt Agroscope über 640 Stellen, die über das ordentliche Bundesbudget finanziert werden, wie es von Agroscope auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA heisst. Mit einem Abbau von 58 Stellen fällt damit ungefähr jede 11. vom Bund finanzierte Stelle weg. Weitere Stellen, die über Fremdmittel wie Gelder von Schweizerischen Nationalfonds (SNF) oder Horizon Europe finanziert werden, sind nicht betroffen.
Der Abbau der 58 Vollzeitstellen solle so weit wie möglich über natürliche Fluktuationen, offene Stellen und auslaufende befristete Verträge erfolgen. Dennoch seien 43 Mitarbeitende von einer Aufhebung ihrer Stelle betroffen. Die Umsetzung erfolge gemäss dem Sozialplan des Bundes.
Die vom Bundesrat im Mai 2020 beschlossene Standortstrategie wird laut der Mitteilung weiter umgesetzt. Diese sieht einen zentralen Campus in Posieux FR, Forschungszentren in Changins VD und Reckenholz ZH sowie diverse dezentrale Versuchsstationen vor. Parallel würden organisatorische und infrastrukturelle Optimierungen geprüft, um Kosten zu senken.
In allen Teppichetagen wäre ganz viel Sparpotentional vorhanden, dann brauchen wir auch keine Fachkräfte mehr aus dem Ausland. Dort beim Lohn zurück dafür jenen Arbeitskräfte mehr zahlen die wirklich wichtig sind Landwirt, Elektriker, Sanitär, Schreiner, Koch, Bäcker, Mechaniker usw. Wenn im Büro zurück gefahren würde, wäre dies für viele eine rissige Erleichterung.