
Die Landwirtschaft kommt durch Sparmassnahmen immer mehr unter Druck.
stevepb
Der St. Galler Bauernverband lehnt die von der Regierung vorgeschlagenen Sparmassnahmen in der Landwirtschaft ab, heisst es in einer Mitteilung. Besonders kritisch beurteilt er die geplante Streichung von 500'000 Franken für Beiträge an regionale Biodiversität und Landschaftsqualität (BrBL). Nach Angaben des Verbandes könnten dadurch auch kofinanzierte Bundesbeiträge von rund 4,7 Millionen Franken nicht mehr ausgelöst werden.
Der Verband hält das Vorgehen für unverständlich. Zwar stelle der Bund finanzielle Mittel zur Verfügung, diese könnten ohne den erforderlichen Kantonsbeitrag jedoch nicht genutzt werden. Da es sich bei den betroffenen Programmen um freiwillige Massnahmen handle, seien vor allem Projekte zugunsten der Biodiversität betroffen.
Sorgen um Investitionen im Berggebiet
Auch die vorgesehenen Kürzungen bei den Strukturverbesserungen stossen beim Bauernverband auf Kritik. Diese Beiträge unterstützen unter anderem Investitionen in landwirtschaftliche Gebäude und Infrastrukturen, insbesondere im Hügel- und Berggebiet. Da Bundesbeiträge an eine Mitfinanzierung durch den Kanton gebunden sind, würden auch in diesem Bereich Bundesgelder wegfallen.
Nach Ansicht des Verbandes erschwert dies notwendige Investitionen und gefährdet langfristig die Bewirtschaftung von Berggebieten. Als Beispiel nennt er die Erschliessung von Alpen, die sich im trockenen Sommer als wichtig für die Versorgung mit Trinkwasser erwiesen habe.
Mangelnde Wertschätzung
Weiter beanstandet der Bauernverband die geplante Streichung der Beiträge an die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete sowie an die St. Galler Gemeindeviehschauen. Der Verband sieht darin eine mangelnde Wertschätzung gegenüber den Leistungen der Bergbauernfamilien und der Viehhalter. Gleichzeitig verweist er darauf, dass diese Traditionen häufig für die Werbung des Kantons genutzt würden.
Insgesamt fordert der St. Galler Bauernverband die Regierung auf, auf die vorgesehenen Kürzungen zu verzichten.