Die Bewegung «Verkehrswende jetzt!» hat am Samstag einen schweizweiten Aktionstag für nachhaltige Mobilität durchgeführt. An über einem Dutzend Orten in der Schweiz wollten lokale Gruppen auf ihrer Ansicht nach nicht nachhaltige Verkehrsprojekte aufmerksam machen.
Mit dem Aktionstag wolle die Bewegung lokale Widerstände auf die nationale Bühne bringen, teilte sie mit. So wurden etwa Aktionen in Basel, Bern oder Zürich durchgeführt.
Verkehrsprobleme mit zusätzlichen Strassen zu lösen, funktioniere nicht, argumentierte die Bewegung. Die dazu nötigen Bauarbeiten und der so entstehende Mehrverkehr belasteten Ortschaften, Menschen und die Umwelt. Die Organisatorinnen und Organisatoren fordern nachhaltige Verkehrskonzepte mit unter anderem mehr Fuss- und Veloverkehr sowie Sharing-Angeboten und öffentlichem Verkehr. Dafür reichten die Strassen, die bereits existierten.
Bauprojekte reduzieren Grünflächen
Neben Lärm, geringerer Sicherheit für Fussgänger und schlechter Luftqualität wegen des Verkehrs, verschlängen neue Strassen auch Grünflächen. Angesichts der Klimakrise seien auch die hohen CO2-Mengen, die durch Bauprojekte erzeugt werden, ein No-Go.
Neue Strassen zu bauen, um mehr Autoverkehr zu ermöglichen, könne angesichts der Klimakrise darum nicht «eine ernsthafte Lösung» sein. Emissionen müssten stattdessen drastisch reduziert werden. Dies sei möglich mit öffentlichem Verkehr, Veloverkehr und intelligenter Raumplanung.
In Bern fanden verschiedene Veranstaltungen gegen geplante Ausbauten der Autobahn statt. Der Verein Spurwechsel lud beispielsweise Interessierte zu Führungen zum Autobahnanschluss Bern-Wankdorf ein. Diesen will das Bundesamt für Verkehr (Astra) für 250 Millionen Franken entflechten, wie es Anfang Jahr bekannt gab.
Ausserdem ist eine direkte Zufahrt von der Autobahn aufs Bernexpo-Gelände geplant. Der Bundesrat genehmigte das Projekt im Juli 2020. Das Projekt ist in Bern umstritten. Die Gegnerinnen und Gegner sehen darin einen ökologischen Sündenfall.
Live mitverfolgen
Eine Online-Radiosendung ist live auf Youtube zu sehen. Sie gibt spannende Einblicke aus den Regionen und es wird einiges zum Thema Verkehrswende diskutiert:
