Studie: «Keine 10-Millionen-Schweiz» führt zu «erheblichen Kosten»

Wird die Bevölkerungszahl der Schweiz auf zehn Millionen Menschen beschränkt, führt dies zu «erheblichen volkswirtschaftlichen und sozialpolitischen Kosten». Das ist das Fazit einer neuen Studie, welche der Bundesrat aufgrund von Parlamentsvorstössen in Auftrag gab und am Mittwoch veröffentlichte.

sda |

Erstellt wurde die Studie vom Basler Forschungs- und Beratungsbüro Demografik. Die Studienautorinnen und -autoren schreiben darin, zwar hätte eine Begrenzung der Bevölkerungsentwicklung entlastende Effekte. Dies etwa beim Wohnungsmarkt, bei Infrastruktur und Umwelt sowie bei einzelnen, bedarfsabhängigen Sozialleistungen wie der Sozialhilfe.

Weniger Einnahmen

Diese Entlastungen seien jedoch deutlich geringer als die identifizierten Kosten. So würde sich das AHV-Umlageergebnis über Jahrzehnte um mehrere Milliarden Franken pro Jahr verschlechtern. Die Steuereinnahmen sänken stärker als die Ausgaben, und der Anteil der Gesundheitskosten am Volkseinkommen stiege stärker als ohne Begrenzung.

Eine Begrenzung der Zuwanderung würde den wachsenden Fachkräftemangel im Gesundheitswesen noch verstärken. Die Studienautorinnen und -autoren schreiben weiter, die konkreten Auswirkungen einer Bevölkerungsbegrenzung hingen massgeblich von der Ausgestaltung dieser Begrenzung ab. Frühzeitige Beschränkungen im Sinn eines «Bremsens» bereits ab einer Schwelle von 9,5 Millionen Einwohnern verringerten möglicherweise die Auswirkungen.

«Im Sinne der Transparenz» veröffentlicht

Die Studie geht auf zwei 2025 vom Ständerat angenommene Postulate von Pascal Broulis (FDP/VD) und von Marianne Binder-Keller (Mitte/AG) zurück. Der Bundesrat gab am Mittwoch in einer Mitteilung die wichtigsten Erkenntnisse der Studienautoren wieder und schrieb, die Studie sei am 8. Mai fertiggestellt worden. «Im Sinne der Transparenz wurde entschieden, die Studie umgehend zu publizieren und nicht bis zur Verabschiedung des entsprechenden Postulatsberichts zuzuwarten.»

Am 14. Juni kommt die Volksinitiative der SVP mit dem Titel «Keine 10-Millionen-Schweiz» zur Abstimmung. Die SVP will damit die Bundesverfassung mit einem neuen Artikel zur «nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung» ergänzen. Demnach dürfte die ständige Wohnbevölkerung zehn Millionen vor 2050 nicht überschreiten.

Leben vor 2050 9,5 Millionen Menschen im Land, müssten Bundesrat und Parlament Massnahmen ergreifen. Etwa dürften vorläufig Aufgenommene keine Niederlassungsbewilligung mehr erhalten und auch nicht mehr eingebürgert werden. Reicht das nicht, um den Grenzwert einzuhalten, muss die Schweiz als Notbremse letztlich das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU kündigen.

Kommentare (7)

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  • Schlichter Verfasser | 19.05.2026
    Man kann rechnen wie man will; Der Bund hat sich schon mehrmals verrechnet!
  • Hans Rudolf Hirschi | 14.05.2026
    Auch wenn diese Initiative eventuell abgelehnt wird, das Problem ist nicht vom Tisch. Früher oder später wird wie andernorts das Mass voll sein. Verlierer werden diejenigen mit wenig Möglichkeiten sein, ob Schweizer oder langansässige Ausländer. Darum vorher Massnahmen treffen.
    Hansruedi Hirschi, Wynigen
  • Besorgter Bauer | 14.05.2026
    Sorry, eine Fake-Studie!
    In der Initiative der SVP wird gefordert, dass die Zuwanderung (Überflutung) von Asylsuchenden und der Familiennachzug gebremst wird. In der Studie wird einfach die Zuwanderung durch EU-Bürger eingeschränkt. Zudem wird in der Studie die Entwicklung bis über das Jahr 2100 hinaus prognostiziert. Hallo? Das ist, wie wenn 1970 jemand die Wirtschaftsentwicklung bis 2050 vorausgesagt hätte. Völlig unglaubwürdig!
    Geschätzte Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, liebe Schweizer Männer und Frauen:
    Am 14. Juni abstimmen gehen und ein überzeugtes Ja in die Urne legen! Für eine lebenswerte Schweiz.
    • Werner Amsler | 14.05.2026
      Offensichtlich sind Sie der SVP in die Falle getapt. Die Initiative gaukelt vor, dass allein mit der Bremse bei den Asylsuchenden die Einwanderung von 100'000 auf nur noch 40'000 gedrosselt werden könne.
      Das ist mit ca. 17'000 Asylsuchenden pro Jahr aber gar nicht möglich.
      70% sprich 70'000 kommen über die Personenfreizügigkeit. Wie soll diese Zuwanderung min. um 50% gebremst werden, ohne die PFZ zu verletzten??
  • Parteiloser | 14.05.2026
    Der Bundesrat (vorallem Jans ) hat die Studie in Auftrag gegeben und bezahlt. Der welch der bezahlt sagt wie die Studie ausgeht. Von Sozialwerken plündern, steht anscheinend nichts in der Studie!!!!!
    Ich persönlich bin auch kein Freund der Initiative, stimme aber klar JA, um den Linken einen Denkzettel zu verpassen.
    • Heidi | 14.05.2026
      Manchmal ist es bedenklich, dass solche Menschen wie Sie abstimmen dürfen. Etwas Hirn sollte Voraussetzung sein.
    • Michael Kraus | 15.05.2026
      Weshalb wurde diese Studie in Auftrag gegeben:
      "Die Studie geht auf zwei 2025 vom Ständerat angenommene Postulate von Pascal Broulis (FDP/VD) und von Marianne Binder-Keller (Mitte/AG) zurück. Der Bundesrat gab am Mittwoch in einer Mitteilung die wichtigsten Erkenntnisse der Studienautoren wieder und schrieb, die Studie sei am 8. Mai fertiggestellt worden. «Im Sinne der Transparenz wurde entschieden, die Studie umgehend zu publizieren und nicht bis zur Verabschiedung des entsprechenden Postulatsberichts zuzuwarten.»"
      Steht genauso im oben erwähnten Artikel. Trotzdem machen Sie einen haltlosen Vorwurf gegenüber Bundesrat Beat Jans. Es ist die Aufgabe von ihm fundierte Antworten auf Postulate von Nationalräten zu geben, als zuständiger Departementsvorsteher.
      Trotzdem wird Beat Jans, als SP-Bundesrat immer wieder besonders unflätig angegriffen. Obwohl die SVP zusammen mit EDU, FDP, Die Mitte, EVP und gelegentlich GLP immer eine bürgerliche Mehrheit hatte, aber nie zum Kompromiss bereit!
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