Der Aargauer SVP-Kantonalpräsident und Nationalrat Andreas Glarner bewirbt sich offiziell ums SVP-Präsidium. Er ist damit nach dem Zürcher Nationalrat Alfred Heer der zweite Kandidat für die Nachfolge des abtretenden Albert Rösti.
Das bestätigte Glarner am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Zuvor hatte der «Sonntagsblick» darüber berichtet.
Glarner und Heer
Die Eingabefrist für Kandidaturen war zwar bereits am 1. Februar abgelaufen. Bis dahin hatte sich aber nur Heer offiziell als Kandidat zur Verfügung gestellt. Die Findungskommission unter der Leitung des ehemaligen Fraktionspräsidenten Caspar Baader behielt sich deshalb weitere Gespräche vor.
Am Samstag führte die Kommission eine Anhörung durch. Gemäss Glarner war dabei neben ihm auch der bisher einzige offizielle Kandidat, Alfred Heer, angehört worden. Ob es noch weitere Anwärter gibt, konnte der SVP-Verantwortliche für Migrations- und Asylpolitik nicht sagen.
Guggisberg will nicht
Gemäss «Sonntagsblick» ist auch Lars Guggisberg ein möglicher Kandidat. «Die Partei hat mich offiziell nicht angefragt. Tatsächlich aber haben mich Fraktionskollegen auf eine mögliche Kandidatur angesprochen», sagt Guggisberg zur Zeitung. Es freue ihn sehr. Doch der Berner winkt ab.
«Da ich erst seit sechs Monaten im Nationalrat politisiere und gerade die Leitung der SVP-Delegation in der Finanzkommission übernommen habe sowie aufgrund meiner familiären Situation, kommt für mich das Parteipräsidium zum jetzigen Zeitpunkt nicht infrage», so der 42-Jährige.
Wahl auf Herbst verschoben
SVP-Präsident Albert Rösti hatte nach dem Misserfolg seiner Partei bei den eidgenössischen Wahlen im Herbst 2019 für den Frühling seine Rücktritt bekannt gegeben. Wegen der Corona-Pandemie musste die Delegiertenversammlung vom 28. März, an der sein Nachfolger hätte bestimmt werden sollen, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.
Angesichts der Umstände erklärte sich Rösti bereit, bis aus Weiteres im Amt zu bleiben. Ohnehin gestaltet sich die Suche nach einem Nachfolger für Rösti als schwierig. Für das zeitintensive und unbezahlte Amt hagelte es seit Dezember reihum Absagen.
Dettling und Salzmann wollen nicht
Abgewinkt haben namentlich die Bündner Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher, Fraktionschef Thomas Aeschi (ZG) und die Thurgauer Nationalrätin und Unternehmerin Diana Gutjahr. Auch der Schwyzer Nationalrat und Landwirt Marcel Dettling hatte der Partei bereits vor den Gesprächen der Findungskommission eine Absage erteilt.
Ebenfalls abgesagt hat der Berner Ständerat Werner Salzmann. «Die Priorität für dieses Amt liegt nicht bei mir», erklärte Salzmann Ende Januar gegenüber SRF. Deshalb habe er sich nicht bei der Findungskommission gemeldet. Die nächsten Delegiertenversammlungen finden nach Parteiangaben am 22. August und am 31. Oktober statt.