SVP sagte Nein in Schlussabstimmung

Die parlamentarische Initiative mit sogenannten Absenkpfaden für das Pestizidrisiko und Nährstoffverluste ist im Nationalrat am Freitag mit 138 zu 48 Stimmen bei 9 Enthaltungen angenommen worden. Im Ständerat gab es 5 Nein-Stimmen.

Alle 48 Nein-Stimmen kamen von der SVP, 6 der 9 Enthaltungen ebenfalls: Jean-Pierre Grin (VD), Martin Haab (ZH), Alois Huber (AG), Pierre-André Page (FR), Franz Ruppen (VS), Manuel Strupler (TG). Mit der Mitte-Fraktion stimmte Bauernverbandspräsident Markus Ritter Ja.

SBV: ««Glaubwürdige Antwort»

Im Schweizer Bauernverband ist man sich bewusst, dass die Bekämpfung der Trinkwasser- und der Pestizidverbotsinitiative ohne diese parlamentarische Initiative noch schwieriger wäre. Am Freitag begrüsste er diese parlamentarische Initiative in einer Medienmitteilung als «glaubwürdige Antwort auf die zwei Agrarinitiativen».

Im Ständerat gab es mit 37 zu 5 Stimmen bei 2 Enthaltungen ebenfalls eine klare Mehrheit. Nein stimmten Marco Chiesa (SVP, TI), Hansjörg Knecht (SVP, AG), Werner Salzmann (SVP, BE), Jakob Stark (SVP, TG) und Damian Müller (FDP, LU). Müller ist Präsident der Vereinigung Schweizerischer Futtermittelfabrikanten (VSF), die in der Offenlegung sämtlicher Kraftfutterlieferungen an Landwirtschaftsbetriebe sicher nichts Positives sieht, sondern mindestens zusätzlichen administrativen Aufwand zu gewärtigen hat. Enthalten haben sich Hannes Germann (SVP, SH) und Daniel Fässler (Mitte, AI). 

Pestizidrisiko bis 2027 um 50% senken

Die Parlamentarische Initiative mit dem Titel «Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren» ist am Freitag in beiden Räten in der Schlussabstimmung angenommen worden. Ihrzufolge muss das Pestizidrisiko bis 2027 um 50% reduziert werden, das ist mehr als der Aktionsplan Pflanzenschutz aus dem Jahre 2017 vorgeschrieben hatte. Die Reduktion bezieht sich auf die Jahre 2012‒2015. Ferner schreibt sie vor, dass im Zuströmbereich von Trinkwasserfassungen nur Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen, deren Verwendung im Grundwasser nicht zu Konzentrationen von Wirkstoffen und Abbauprodukten über 0,1 µg/l führen.

Die Ausscheidung dieser Zuströmbereiche war am Ende aber nicht mehr Teil der Vorlage, die Einigungskonferenz hatte hier die Linie des Ständerats aufgenommen. Das Parlament hat aber klar gemacht, dass die Ausscheidung der Zuströmbereiche kommen muss. Dies wird nun im Rahmen einer ordentlichen Gesetzgebungsverfahren mit Vernehmlassung geschehen.

Kraftfutter- und Düngerlieferungen offenlegen

Ein weiterer Punkt ist, dass bisher die Zulassung von Pestiziden überprüft worden ist, wenn deren umweltrelevante Abbauprodukte einen Grenzwert überschritten hatten. Neu wird diese Zulassungsüberprüfung auch bei nicht-umweltrelevanten Abbauprodukten durchgeführt.

Wichtiges Element ist auch ein Absenkpfad für die Nährstoffverluste. Die Stickstoff- und die Phosphorverluste der Landwirtschaft müssen bis 2030 im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 2014‒2016 angemessen reduziert werden. Der Bundesrat wird die entsprechenden Zielwerte festlegen. Kraftfutter- und Düngerlieferungen an Landwirtschaftsbetriebe müssen neu dem Bund gemeldet werden

Kommentare (30)

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  • Grüner | 21.03.2021
    Wenn wir's über die Zerstörung von Boden haben. Mal schauen wie es dort aussieht, wo mit immensem Aufwand durch Fracking Erdöl herausgepresst wird. Dies zum Thema Oel im Überfluss.
  • Chrigel | 21.03.2021
    All jene, die bereit sind für nachhaltige Lebensmittel einen gerechten Preis zu bezahlen haben meinen vollen Respekt. Leider sind diese in der Unterzahl, die meisten Befürworter der Initiativen wollen diesen Preis nicht bezahlen, aber der damit verbundene höhre Aufwand muss gerecht abgegolten werfen. Es gibt bereits schon jetzt genügend Produkte die nach ihren Vorstelleungen hergestellt wurden.
  • Grüner | 21.03.2021
    Von Furrer erwarte ich natürlich keine Einsicht, während er lebt hat es ja noch genug Erdöl.
    • Beat Furrer | 21.03.2021
      Ja, es hat überfliessend Erdöl und Erdgas. Die beste und umweltfreundlichste Energiequelle, die auch noch den etwas zu niedrigen CO2-Gehalt der Luft erhöht, was wiederum den Pflanzen und damit Mensch und Tier zugutekommt.
  • Chrigel | 20.03.2021
    @ Grüner Es braucht keine Änderung, keine Initiativen und keine neue Gesetze. Wenn alle, welche im Juni Ja Stimmen wollen entsprechend ihrer Gesinnung zum Thema Pestizide einkaufen würden regelt sich alles von alleine. Wiso ist eigentlich der Bioanteil der verkauften Lebensmittel so tief wenn sich alle Sorgen um unser Trinkwasser machen?
    • Gusti | 20.03.2021
      Es gibt zuwenig Bioprodukte...
      • Beat Furrer | 20.03.2021
        Es gibt zu wenige, die teure Bioprodukte kaufen wollen oder können.
        • Grüner | 21.03.2021
          Es gibt immer mehr, die es nicht reut, etwas mehr für gesundes Essen und etwas weniger für Flugreisen und andere Wohlstandserscheinungen auszugeben.
          • Beat Furrer | 21.03.2021
            Ja die Grünen sind ja die Reisekönige. Die haben meist auch genug Geld, um Bioprodukte zu kaufen, zumal sie jetzt weniger reisen dürfen. Aber die Grünen stellen die wohlverdienende, oft staatlich abhängige, kleine Oberschicht dar. Die Mehrheit wird weiterhin die qualitativ und gesundheitlich hochwertigen, aber günstigeren konventionellen Produkte kaufen. Deshalb 5 x NEIN am 13. Juni.
        • Grüner | 21.03.2021
          5x nein? Wird noch 3 Mal darüber abgestimmt ob Furrer recht hat?
          • Beat Furrer | 21.03.2021
            Es gibt am 13. Juni 5 Vorlagen, über die abgestimmt wird. Meine Empfehlung: 5 x NEIN!
  • AHV Landwirt | 20.03.2021
    Ihr habt alle ein bisschen Recht, aber keiner überzeugt mich. Wenn alle gegen alle sind kommt es nicht gut. Nur miteinander kann eine gesunde Lösung gefunden werden. Was nützt es dem Rhein wenn er die Schweiz sauberer verlässt und giftiger im Meer ankommt?
    • Grüner | 20.03.2021
      So viel besser wie es viele behaupten sind wir nicht. Man könnte ohne dass es schmerzt diverses umweltfreundlicher gestalten, aber dafür braucht es die Einsicht, dass es ein paar Änderungen braucht.
  • Daneli | 20.03.2021
    Grüner, von dir ist auch nichts anderes zu erwarten. Hier die einheimische Produktion, die mittels Suisse Bilanz produziert, an die Wand fahren, und dafür Lebensmittel von irgendwo herkarren, die unter fragwürdigen Bedingungen produziert wurden?
    • Grüner | 20.03.2021
      Doch, von mir ist etwas anderes zu erwarten als von der SVP. Zum Beispiel mehr Rücksicht auf die Umwelt, damit dann auch meine Grosskinder noch einen Boden zur Verfügung haben, der funktioniert. Keine Generation hat so viel nicht erneuerbare Energie verpufft und so viel Gift in den Boden gebracht wie die Generation Blocher. Und das will die SVP auch weiterhin beibehalten. Keine Landwirtschaft überlebt, wenn der Boden an die Wand gefahren wird.
      • Aufgeber | 20.03.2021
        Boden kann nicht an die Wand gefahren werden, ausser man betoniert ihn zu. Boden hat die tolle Eigenschaft sich zu regenerieren, wenn man ihm hilft. Habe öl-und pestizidgeschädigte Böden gesehen und festgestellt, dass nach einer gewissen Zeit das Bodenleben zurückgekehrt ist. Die mediale Hysterie hat nichts mit der Praxis zu tun.
        Der Generation vor dir hast du zu verdanken, dass du überhaupt die Mittel hast hier zu motzen, Baumänner und Blochers hin oder her.
        • Grüner | 20.03.2021
          Hier liegt eben das Problem. Man tut Dinge die man nicht sehen will als mediale Hysterie ab. Wer behauptet Boden könne nicht an die Wand gefahren werden ist verschliesst die Augen. Wem ich was zu verdanken habe ist nicht das Thema, aber wie viele Generationen erträgt es, die solchen Raubbau betreibt und nach dem Motto handelt: Hauptsache mir geht es gut, was nach mir kommt betrifft mich ja nicht mehr?
          • Beat Furrer | 20.03.2021
            Das ist pseudoreligiöse Hysterie und Aberglaube, Grüner.
          • Aufgeber | 21.03.2021
            Meine Beobachtungen sind praktische Erfagrungen. Beschreibe oder zeige den Boden der an die Wand gefahren worden ist und nie mehr Pflanzen wachsen lässt. Ohne diesen Beweis bleibt das eine Behauptung die medial bewirtschaftet wird um eine Ideologie zu rechtfertigen.
        • Beat Furrer | 20.03.2021
          Bin genau der Meinung wie du, Aufgeber. Boden regeneriert. Die Grünen wollen, aus Heidenangst und Schuldgefühl, zurück ins Mittelalter. Diese Armutsmentalität wird mit Bevölkerungsreduktion einhergehen. Die Grünen sind weder menschen- noch freiheitsfreundlich.
        • Grüner | 21.03.2021
          Alleine der Umstand, dass Pflanzen wachsen sagt wenig aus, schauen sie mal in die Umgebung von Tschernobyl. schauen sie mal in die Gebiete, wo Urwald abgeholzt wurde. Schauen sie mal wie viel Land durch Winderosion verloren geht. Oder schauen sie mal wie die Wüste wächst. Und wer das als mediale Hysterie abtut soll man dort hingehen und selber schauen. Sicher kann es auch in die andere Richtung gehen. aber wie lange dauert die "gewisse Zeit", bis der Boden wieder Nahrungsmittel hergibt?
          • Beat Furrer | 21.03.2021
            Die Wüste wächst eben nicht, sondern geht zurück. Wenn aus Satellitenbilder ersichtlich wurde, dass die begrünten Fläche um 20 Millionen km2 zugenommen haben, dann straft das deine Aussagen Lüge.
          • Beat Furrer | 21.03.2021
            Die Umgebung von Tschernobyl wird extensiv oder gar nicht bewirtschaftet, Winderosion findet dort statt, wo keine Menschen sind und wo keine Bäume gepflanzt und wo das Land nicht bewirtschaftet wird.
            Uns werden von den linken Medien hauptsächlich die negativen Beispiele gezeigt, um uns in die gewünschte Richtung lenken zu können.
          • Aufgeber | 22.03.2021
            @Grüner
            Beobachtungen:
            1. Ein Landwirt (Ahnungsloser) leert seine Spritze auf dem Feld. Etwa 20 Liter Brühe mit Herbizid sind punktuell entsorgt. Über 10 Jahre bleibt ein Kreis von 1/2 m unbewachsen. Nach 15 Jahren ist der Bereich optisch nicht mehr unterscheidbar zum Angrenzenden. Man findet Würmer und Mykorrhizen.
            2. Ölverlust Hydraulik, ca. 3 Liter punktuell. 5 Jahre unbewachsen, nach 7 Jahren Ergebnis wie oben.
  • Grüner | 19.03.2021
    Von der SVP ist nichts anderes zu erwarten. Weiterdüngen und Spritzen wie bisher, pro Jahr weiterhin über 1000 Betriebe stilllegen und den anderen die Schuld in für die Probleme in die Schuhe schieben.
    • Aufgeber | 20.03.2021
      Natürlich werde ich als Einmannbetrieb bis zur Betriebsaufgabe 2027 weiterhin PSM und Dünger einsetzen. Diese Hilfsmittel benötige ich um im Hochkostenland Schweiz ein angemessenes Einkommen zu erreichen. Die DZ von 32'000 Fr. reichen dafür nicht aus.
      Die Alternative wären kostendeckende Preise.
      • Grüner | 20.03.2021
        Ich möchte mit den Bauern in einem Tiefkostenland nicht tauschen.
    • W. Müller | 20.03.2021
      Genau so ist es
      Mit Direktzahlungen ist das ja klar.
      Für die Schäden des Trinkwassers kommt ja die Allgemeinheit auf durch die Steuern.
      • Beat Furrer | 20.03.2021
        Die Schweiz hat die umweltfreundlichste, trinkwasserschonendste, produktivste Landwirtschaft. Die Grünen wollen eine utopische Bambi- und Ponyhoflandwirtschaft. Sie wurden Opfer ihrer eigenen fehlgeleiteten Ideologie (eigentlich ist das Kommunismus, was die vertrete, einfach grün verpackt).
    • Beat Furrer | 20.03.2021
      Es wird gezielt gedüngt und gespritzt. Sind die Betriebsaufgaben die Schuld der SVP?

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