Tierseuchen-Prävention: Landwirte für Ausfälle entschädigen

Seit Längerem breiten sich in den Nachbarländern der Schweiz verschiedene Tierseuchen aus. Die zuständige Nationalratskommission will nun Halterinnen und Halter von Nutztieren für Einkommensausfälle und Mehrkosten aufgrund von Präventionsmassnahmen mit Bundesgeldern entschädigen.

sda/blu |

Die Wissenschafts-, Bildungs- und Kulturkommission des Nationalrats (WBK-N) hat einstimmig eine entsprechende Motion «Förderung und Unterstützung der Tierseuchenprävention» beschlossen, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten. Stimmen beide Räte dem Vorstoss zu, muss der Bundesrat handeln.

Ausbruch von Seuchen

Gemäss dem Motionstext sollen die betroffenen Nutztierhalterinnen und -halter vom Bund entschädigt werden können für Einkommensausfälle und Mehrkosten, die ihnen durch die von den Veterinärbehörden angeordneten Präventivmassnahmen gegen hochansteckende Tierseuchen entstehen. Zudem muss laut der WBK-N das Tierseuchengesetz angepasst werden, damit eine Entschädigung in Zukunft auch bei Teilverlusten ausgerichtet wird.

Im vergangenen Jahr waren in Nachbarländern der Schweiz Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche, der Afrikanischen Schweinepest und der Lumpy-Skin-Krankheit gemeldet worden. Diese drei hochansteckenden Seuchen haben laut der WBK-N bei einem Ausbruch grösste wirtschaftliche und auch grosse gesellschaftliche Auswirkungen. Die Prävention sei daher von grösster Bedeutung.

Akzeptanz stärken

Den von Massnahmen betroffenen Tierhaltern werden Einschränkungen und häufig auch Kosten auferlegt, die bisher nicht entschädigt werden. «Es wird Solidarität verlangt und mit den damit verbundenen finanziellen Einbussen wird die Akzeptanz der Massnahmen strapaziert», heisst es in der Motion.

Mit einer angemessenen Entschädigung würden die Akzeptanz und die Tragbarkeit der von Massnahmen betroffenen Tierhalter für die Einhaltung der Massnahmen gestärkt, begründet die Nationalratskommission ihre Forderung. Die Entschädigung von Präventionsmassnahmen und deren Folgen komme den Bund günstiger als die mit der Bewältigung eines Ausbruchs zu tragenden Kosten.

Schweizer Tierhalter nicht benachteiligen

Aus Gründen der Kohärenz müsse der Bund zudem dafür sorgen, dass die Schweizer Nutztierhalterinnen nicht gegenüber ausländischen Nutztierhaltern, die im Falle von Tierseuchenbeschränkungen ihre Tiere und Produkte in die Schweiz exportieren, benachteiligt werden. So werden die Schweizer Tierhalter aktuell bei der Lumpy-Skin-Krankheit stark eingeschränkt.

Die Sömmerung auf französischen Alpen ist 2026 untersagt, 6000 Rinder sind betroffen. «Es ist sicherzustellen, dass keine französische Tiere aus diesen für die Schweizer Sömmerung gesperrten Gebiete in die Schweiz exportiert werden. Das wäre nicht nachvollziehbar», so die Kommission.

->  6000 Schweizer Rinder dürfen nicht auf französische Alpen

Kommentare (1)

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  • Victor Brunner | 28.02.2026
    Und wieder schlägt die Bauernlobby zu und greift in die Taschen der BürgerInnen. Die Bauern sollen Verantwortung übernehmen und sich gegen Seuchen versichern! Oder der Bund richtet einen Fonds ein den die Tierhalter solidarisch füllen!
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