Mit dem Appell will die Allianz «Sauberes Wasser – gesunde Schweiz» erreichen, dass Bundesrat und Parlament den Schutz von Gewässern und Trinkwasser stärken. Versuche, den Gewässerschutz «auszuhöhlen», hätten in der Bevölkerung keinen Rückhalt. Mit den über 31'000 Unterschriften wolle man nun ein Zeichen setzen, sagte ein Sprecher der Allianz zu Keystone-SDA.
Über Richtwerte
Die Organisationen warnten vor politischen Vorstössen und Gesetzesänderungen, die das Vorsorgeprinzip infrage stellen und den Trinkwasserschutz schwächen könnten – etwa Lockerungen im Gewässerschutzgesetz oder vereinfachte Pestizid-Zulassungen. Monitoring-Daten von 2024 zeigten, dass Pestizid-Rückstände in vielen Fliessgewässern über den ökologischen Richtwerten liegen. Zudem würden PFAS-Chemikalien nahezu flächendeckend in Böden nachgewiesen.
Zuletzt waren in beiden Appenzeller Kantonen PFAS-Rückstände in Milch festgestellt worden: In 80 Betrieben lagen die Werte über einem EU-Grenzwert, der in der Schweiz jedoch nicht verbindlich ist.
Nicht nur PFAS im Trinkwasser
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung bezieht ihr Trinkwasser aus Grundwasser, das vielerorts mit Pestiziden, Nitraten oder PFAS – kaum abbaubaren Chemikalien – belastet sei, so die Allianz weiter.
Als Beispiel für eine mögliche Abschwächung nannte sie eine Motion von Ständerat Jakob Stark (SVP/TG), wonach in grossen Gewässerräumen teilweise wieder normale Landwirtschaft erlaubt werden soll, um Schutz, Ernährungssicherheit und Nutzung besser auszubalancieren.
Der Appell für sauberes Wasser wird von 19 Organisationen aus Umwelt, Gesundheit, Konsumentenschutz und Landwirtschaft getragen.
