Mehr als die Hälfte der Beschwerden von Umweltorganisationen sind 2011 erfolgreich gewesen. Insgesamt beschwerten sich die dazu berechtigten Umweltorganisationen 71 Mal. Betroffen waren insgesamt 63 Vorhaben - darunter auch vier Wasserkraftwerke.
Von den Beschwerden gegen Wasserkraftwerke war nur eine erfolgreich: Sie wurde teilweise gutgeheissen, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) am Mittwoch mitteilte. Von den anderen wurde eine Beschwerde abgewiesen, eine wurde mit einer Vereinbarung zurückgezogen und auf eine wurde nicht eingetreten.
Insgesamt waren die 28 beschwerdeberechtigten Umweltorganisationen in 55 Prozent der Fälle erfolgreich: In 42,5 Prozent der Fälle wurden die Beschwerden vollumfänglich und in 12,5 Prozent teilweise gutgeheissen.
Abgewiesen wurde jede vierte Beschwerde (25,5 Prozent). In 5,5 Prozent der Fälle wurden die Beschwerden zurückgezogen und eine Vereinbarung getroffen. In 7 Prozent der Fälle wurden die Beschwerden ohne Vereinbarung zurückgezogen. Und in weiteren 7 Prozent erwiesen sich die Beschwerden als gegenstandslos, weil das Baugesuch zurückgezogen oder abgeändert wurde.
Im Vergleich zum Vorjahr sind die Beschwerden leicht gestiegen. 2010 waren mit 63 Beschwerden 8 Fälle weniger gemeldet worden. Betroffen waren damals 54 Vorhaben. Dafür waren die Beschwerden zwischen 2008 und 2010 im Verhältnis erfolgreicher. Die Quote der gutgeheissenen oder teilweise gutgeheissenen Beschwerden lag zwischen 59 Prozent und 61,5 Prozent.
Das BAFU veröffentlichte die Beschwerdestatistik dieses Jahr zum vierten Mal. Der Bundesrat hatte diese Auswertung verlangt, nachdem das Umweltschutzgesetz 2007 aufgrund einer Parlamentarischen Initiative geändert worden war.