Die Bauerngewerkschaft Uniterre steckt in massiven finanziellen Schwierigkeiten. Um die laufenden Kosten zu decken, werden bis Ende Jahr 100'000 Franken benötigt. Die Gewerkschaft werde in ihrer gegenwärtigen Form verschwinden, wenn nichts zu ihrer Rettung unternommen werde, warnt Präsident Charles-Bernard Bolay.
Die Bauerngewerkschaft Uniterre steht nach den Worten von Bolay «am Rande des Abgrunds». Bereits musste im Sekretariat eine 60-Prozent-Stelle gestrichen werden und bis Juni wird eine weitere 80-Prozent-Stelle gestrichen, wenn bis dahin nicht 60'000 Franken aufgetrieben werden. Zudem schreibe er noch diese Woche einen Kündigungsbrief für eine Person auf dem Sekretariat, die zu 25 Prozent angestellt sei, sagt der Uniterre-Präsident. Insgesamt werden 100'000 Franken benötigt, um dieses Jahr die laufenden Kosten zu decken. Das entspreche rund 500 zahlenden Neumitgliedern, so Uniterre.
Laut der Bauerngewerkschaft sind derzeit noch Mitgliederbeiträge in der Höhe von 40'000 Franken offen, die nicht im budgetierten Defizit enthalten sind. Der Strukturwandel treffe Uniterre besonders hart, weil der Mitgliederbeitrag nicht flächengebunden sei und somit jeder verschwundene Bauernhof ein zahlendes Mitglied weniger bedeute, schreibt Uniterre weiter. Zudem sei es wegen der Freiwilligkeit leicht, die Mitgliedschaft zu kündigen.
Die Mitgliederzahl von Uniterre schwankte seit dem Jahr 2000 zwischen 1200 und 1500, wie Bolay der Nachrichtenagentur sda sagte. Derzeit seien es noch rund 900 zahlende Mitglieder, die in der Regel einen Jahresbeitrag von 200 Franken entrichten. «Unsere derzeitige Lage widerspiegelt die Situation in der Schweizer Landwirtschaft», sagt Bolay. Viele Bauernfamilien hätten selber finanzielle Schwierigkeiten und müssten unter den zahlreichen Beiträgen eine Wahl treffen. Der Beitrag an Uniterre sei freiwillig, es sei also leicht, die Mitgliedschaft zu kündigen.
Uniterre erhofft sich nun, dank neuen Mitgliedern und zusätzlichen Spenden die Gewerkschaft am Leben zu erhalten.