Hinter der Medienmitteilung steht die breite Umweltallianz mit Birdlife Schweiz, Greenpeace, Pro Natura, Energie-Stiftung, VCS und WWF. Sie sprechen sich gegen ein Ausspielen von Lösungsansätzen zur Klima- und Biodiversitätskrise aus.
Initiativen gegen Windparks
Die beiden Initiativen waren Ende September 2025 eingereicht worden. Die Initiative «Gegen die Zerstörung unserer Wälder durch Windturbinen» (Waldschutz-Initiative) richtet sich gegen das Bauen von Windparks in oder bei Wäldern. Anlagen mit weniger als 150 Metern Abstand zu Wäldern und Waldweiden müssten zudem abgebrochen werden, wenn sie nach dem 1. Mai 2024 erstellt wurden.
Die Initiative «Für den Schutz der direkten Demokratie bei Windparks» (Gemeindeschutz-Initiative) fordert ihrerseits, dass alle Einwohnerinnen und Einwohner von Gemeinden sowie Nachbargemeinden, die vom Bau von Windturbinen betroffen sind, über ein solches Projekt abstimmen können. Anlagen, die nach dem 1. Mai 2024 erstellt wurden, bedürften der nachträglichen Zustimmung durch die Stimmberechtigten.
Generelles Bauverbot in Waldgebieten
So wichtig der Schutz vom Lebensraum Wald sei, gehe in generelles Bauverbot von Windkraftanlagen in Waldgebieten zu weit, schreiben die Umweltverbände. Rund die Hälfte der Landesfläche würde für die Gewinnung von Windenergie bei einer Annahme der Waldschutz-Initiative ausgeschlossen mit der Folge, dass der Druck auf andere Technologien wie etwa AKW oder Gaskraftwerke steigen würde, halten die Organisationen fest. Über 2 TWh jährlich geplanter Windstrom würde verhindert. «Zu einem grossen Teil gedacht für Winterstrom», heisst es weiter.
Eine Annahme der Gemeindeschutz-Initiative verbinden die Verbände mit der Befürchtung von zusätzlichen massiven Hürden für den Ausbau der Windenergie. Die Initiativen hätten vor allem eine pauschale Blockade zum Ziel, was für den Klima- und Naturschutz letztlich fatal sei, schreiben sie. «Die Initiative stellt in erster Linie eine staats- und demokratiepolitische und keine Umweltfrage», heisst es in der Mitteilung weiter. Das Parlament habe im Beschleunigungserlass die Mitsprache bewusst nicht eingeschränkt.
Der Bundesrat hatte sich bereits im Oktober gegen die Initiativen und auch gegen allfällige Gegenvorschläge ausgesprochen.
