WTO-Chef warnt vor Handelskrieg

Die jüngsten US-Strafzölle und die Beschwerden dagegen unter anderem aus China erhöhen nach Einschätzung der Welthandelsorganisation WTO die Gefahr eines Handelskriegs.

Die jüngsten US-Strafzölle und die Beschwerden dagegen unter anderem aus China erhöhen nach Einschätzung der Welthandelsorganisation WTO die Gefahr eines Handelskriegs.

«Wir müssen ständig die Möglichkeit eines Handelskriegs in Erwägung ziehen, so etwas kann jederzeit passieren», sagte Roberto Azevêdo in einem Interview mit der Nachrichtenagentur DPA in Genf.

«Es genügt schon, dass ein WTO-Mitglied Massnahmen ergreift, die ein anderes Mitglied als ungerechtfertigt erachtet und auf die es reagiert. Sobald es reagiert, fängt die Eskalation an», mahnte Azevêdo.

Die USA hatten im Januar hohe Einfuhrzölle auf Waschmaschinen und Solaranlagen erlassen, um, wie es hiess, Arbeitsplätze zu schützen. China, Südkorea, die EU und andere haben deshalb bei der WTO Konsultationen mit den USA beantragt.

Sie verlangen Kompensation für die Handelsausfälle. Wenn die Konsultationen scheitern, sind Vergeltungsmassnahmen nicht auszuschliessen.

Keine Gespräche

Azevêdo vermisst die früher übliche konstruktive Mitarbeit der USA. Die USA hätten zwar Reformen bei der WTO angemahnt, auch schon vor dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump, und sie blockierten etwa die Ernennung von Schiedsrichtern im Streitschlichtungsverfahren.  Im Moment gebe es aber keine Gespräche, «die uns glauben lassen, das nach einer Lösung gesucht wird», so Azevêdo.

Seit der weltweiten Wirtschaftskrise 2008 mit hoher Arbeitslosigkeit und geringem Wachstum sei die Gefahr von Handelskriegen gestiegen, so Azevêdo. Unter solchen Bedingungen steige die Versuchung, die Grenzen zu schliessen. Eine solche Stimmung könne zu einem Handelskrieg führen, sagte er. Azevêdo hoffe aber nicht, dass es soweit kommt.

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