Zivildienst kürzen? - Kleinbauern schlagen Alarm

Die geplante Reduzierung des Zivildienstes um 40 Prozent sorgt für Widerstand in der Landwirtschaft. Die Kleinbauernvereinigung warnt vor gravierenden Folgen für die Biodiversität, die Landschaftspflege und Arbeitskräfte. Sie ruft zur Ablehnung der Gesetzesänderung auf.

pd/ome |

Am 14. Juni stimmt die Schweizer Bevölkerung über die geplante Änderung des Zivildienstgesetzes ab. Diese sieht vor, die Zahl der Zulassungen zum Zivildienst um rund 40 Prozent zu reduzieren. Gegen diese Vorlage formiert sich nun ein Widerstand aus der Landwirtschaft.

Die Kleinbauern-Vereinigung (VKMB) ruft gemeinsam mit einer Allianz aus Bäuerinnen, Bauern und ehemaligen Zivildienstleistenden zur Ablehnung der Gesetzesänderung auf. «Die Schweizer Landwirtschaft ist auf Zivildienstleistende angewiesen», schreibt die VKMB.

Unverzichtbare Unterstützung für Betriebe

Für viele landwirtschaftliche Betriebe sind Zivildienstleistende inzwischen unverzichtbar geworden. Sie werden dort eingesetzt, wo personelle Ressourcen fehlen, beispielsweise bei der Pflege von Weiden, Biodiversitätsflächen oder Naturschutzgebieten. Gerade in arbeitsintensiven Bereichen leisten sie einen wichtigen Beitrag.

Der Biolandwirt Donat Capaul aus dem Berner Jura betont, wie breit das Einsatzspektrum ist. Auf seinem Betrieb helfen Zivildienstleistende bei der Offenhaltung von Weiden, der Pflege ökologischer Flächen und der Bekämpfung von Problempflanzen.

Auch Biolandwirtin Martine Gerber aus dem Waadtland ist auf Unterstützung angewiesen.  «Im Sommer empfange ich Zivildienstleistende bei mir. Sie helfen mir, die sehr steilen Hänge zu heuen», wird Gerber in der Mitteilung der VKMB zitiert.

Bedeutung für Biodiversität und Landschaft

Neben der direkten Unterstützung der Betriebe leisten Zivildienstleistende auch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Sie helfen dabei, invasive Pflanzen zu entfernen, fördern die Artenvielfalt und tragen zur Pflege wertvoller Landschaften bei.

Rund ein Achtel der Schweizer Landesfläche besteht aus Alpweiden. Ohne regelmässige Pflege drohen diese zu verbuschen oder zu verwalden. Zivildienstleistende spielen hier eine zentrale Rolle, indem sie dabei helfen, diese Flächen offen zu halten und somit die Biodiversität zu sichern. «Um der Verbuschung auf der Alp einigermassen entgegenwirken zu können, ist uns der Zivi eine wahrlich grosse Hilfe. Wir möchten nicht darauf verzichten», sagt Giorgio Hösli, Hirt in Mollis GL.

VKMB lehnt Gesetzesänderung ab

Die Kleinbauern-Vereinigung warnt vor den Folgen der geplanten Reduzierung des Zivildienstes. Eine geringere Anzahl von Zivildienstleistenden würde nicht nur die Betriebe belasten, sondern auch der Biodiversität und der Landschaftspflege schaden. «Zivildienstleistende kommen da zum Einsatz, wo die Ressourcen für die Erfüllung wichtiger Aufgaben für die Gesellschaft und die Natur fehlen. Ohne Zivildienstleistende können diese Aufgaben nicht mehr erbracht werden», sagt Kilian Baumann, Biolandwirt aus Suberg BE, Präsident der Kleinbauern-Vereinigung und Nationalrat (Grüne/BE).

-> Hier können Sie sich umfassend über Pro und Kontra der Abstimmungsvorlage zur Änderung des Zivildienstgesetzes informieren. 

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