A- und B-Post wird ab Anfang 2027 teurer

Das Verschicken von Briefen wird im kommenden Jahr teurer. Ein Standardbrief darf ab 2027 maximal fünfzig Gramm wiegen und kostet per A-Post zwanzig Rappen und per B-Post zehn Rappen mehr. Nicht alle geplanten Preiserhöhungen der Post kamen aber durch.

sda |

In einer neuen einvernehmlichen Regelung einigten sich der Preisüberwacher und die Post vorwiegend auf gezielte Massnahmen im Briefbereich, um die Eigenfinanzierung der Grundversorgung zu sichern, wie es am Donnerstag hiess. In diesem Bereich hat die Post seit Längerem mit sinkenden Erträgen zu kämpfen, weil wegen der fortschreitenden Digitalisierung weniger Briefe physisch verschickt werden. Gleichzeitig bleiben die Kosten für die flächendeckende Infrastruktur weitgehend gleich.

Midibrief wird nicht teurer

Leichte A-Post-Briefe kosten neu 1,40 Franken, bisher waren es 1,20 Franken. Für einen B-Post-Standardbrief müssen künftig 1,10 Franken bezahlt werden – statt bisher 1,00 Franken. A-Post-plus-Briefe und Einschreiben kosten künftig zwanzig Rappen mehr.

Neu ist, dass Briefe der Standardkategorie nur noch fünfzig Gramm wiegen dürfen, statt wie bisher hundert Gramm. Durch die neue Gewichtskategorie kann die Post auf die Entrichtung der Mehrwertsteuer verzichten. Laut der Post fallen mehr als 95 Prozent aller bisherigen Standardbriefe darunter.

Grossbriefe kosten neu 2,75 Franken. Für Midibriefe mit einem Gewicht von 51 bis 500 Gramm bleibt der bisherige Preis in Höhe von 1,70 Franken unverändert. Neu eingeführt wird zudem ein sogenannter Volumenbrief für den Versand von Kleinwaren, der 4,20 Franken kostet.

Post wollte auch höhere Pakettarife

Die Post sprach in ihrer Mitteilung von «moderaten Anpassungen» der Briefpreise, die für das Unternehmen «zwingend nötig» seien. Diese sind für drei Jahre gültig. «Kaufkraftbereinigt profitieren unsere Kundinnen und Kunden weiterhin von Brieftarifen, die zu den günstigsten Europas gehören», liess sich Post-Chef Pascal Grieder zitieren.

Keine Erhöhungen gibt es bei den Paketen im nationalen und internationalen Versand: Die Listenpreise bleiben bis mindestens Ende 2029 unverändert – sowohl für Privatkunden, als auch für KMU. Die Post hatte eine Preiserhöhung von siebzig Rappen bei allen Gewichtsstufen bei «PostPac Priority» und «Economy» sowie von bis zu zwei Franken bei «Swiss Express Mond» beantragt.

Preisanpassungen deutlich tiefer

Auch der Online-Rabatt für selbstetikettierte, nationale Pakete ist von keiner Änderung betroffen. Verzichten muss die Post nach Verhandlungen mit dem Preisüberwacher überdies auf Anpassungen bei den Dienstleistungen «Post umleiten», «Post nachsenden» und «Zollabfertigung».

Unter dem Strich fallen die Preisanpassungen deutlich tiefer aus als ursprünglich von der Post gefordert. Deren Massnahmenpaket hatte einen Umfang von fast 103 Millionen Franken für die Jahre 2027 und 2028. Zählt man die nun getroffenen Massnahmen über drei Jahre zusammen, kommt man auf ein Volumen von gut 80 Millionen Franken.

Umstrittene Dividendenausschüttung

Der Preisüberwacher hob in seiner Mitteilung die ausgehandelte Preissicherheit bis Ende 2029 hervor. Er forderte die Politik im Weiteren auf, nachhaltige Lösungen für die Finanzierung der Grundversorgung zu schaffen. Die Kosten des strukturellen Wandels dürften künftig nicht primär über wiederholte Preiserhöhungen finanziert werden.

«Die gleichzeitige Erfüllung einer preiswerten Grundversorgung, die Entwicklung neuer digitaler Produkte sowie die Ausschüttung einer Dividende an die Eignerin wird unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht länger möglich sein», schrieb der Preisüberwacher. Er plädiert weiterhin dafür, künftig auf eine Dividendenzahlung zu verzichten.

Das Parlament wird im Rahmen der Revision des Post- und des Postorganisationsgesetzes darüber entscheiden.

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