Aargauer Regierung will geschütztes Land am Hallwilersee umzonen

In der Aargauer Seegemeinde Meisterschwanden soll die Schutzfläche vor dem Wohnhaus der Uhrenfamilie Hayek verkleinert werden. Damit könnte die Familie an bester Lage ein zweites Haus bauen. Die Regierung stellte sich am Freitag hinter die umstrittene Änderung des Hallwilersee-Schutzdekretes.

sda |

In der Aargauer Seegemeinde Meisterschwanden soll die Schutzfläche vor dem Wohnhaus der Uhrenfamilie Hayek verkleinert werden. Damit könnte die Familie an bester Lage ein zweites Haus bauen. Die Regierung stellte sich am Freitag hinter die umstrittene Änderung des Hallwilersee-Schutzdekretes.

Das vom Grossen Rat 1986 beschlossene Dekret schützt die Landschaft rund um den Hallwilersee. Dieser Erholungsraum solle so gestaltet, gepflegt und entwickelt werden, «dass Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft nachhaltig gesichert sind», heisst es im Dekret.

Bevorzugte Wohnlage

Die von Meisterschwanden beschlossene Gesamtrevision der Nutzungsplanung sieht jedoch eine Erweiterung der Bauzonen vor. Diese geplante Vergrösserung des Siedlungsgebietes bedingt eine Anpassung des Hallwilersee-Schutzdekretes. Meisterschwanden, auf der rechten Seeseite des Hallwilersees gelegen, gilt als bevorzugte Wohngemeinde und zählt 2670 Einwohner.

Von der Änderung des Schutzdekretes würde die Familie des Swatch-Gründers Hayek direkt profitieren. Nicolas Hayek lebte bis zu seinem Tod 2010 in Meisterschwanden. 2008 hatten er und seine Frau das Ehrenbürgerrecht der Seegemeinde erhalten.

Vor dem Haus der Familie Hayek, in Blickrichtung See, soll die Schutzzone gemäss Regierungsrat nun um 0,11 Hektar verkleinert werden. Damit gab der Regierungsrat dem Wunsch der Gemeinde weitgehend nach. Diese hatte sich auf den Antrag «einer über die Region hinaus bekannten Familie» bezogen.

Parlament entscheidet

Der Regierungsrat will das Schutzgebiet in Meisterschwanden in fünf Gebieten um 2,39 Hektaren verkleinern. Als Kompensation sollen die Schutzzonen in zwei anderen Gebieten vergrössert werden. Unter dem Strich würde das Schutzgebiet um 1,55 Hektaren ausgeweitet.

Die Änderungen seien «vertretbar», hält der Regierungsrat fest. Die Überbaubarkeit der Gebiete könne im Sinne der Verdichtung «ohne massgebliche landschaftliche Auswirkungen optimiert werden». Das letzte Wort wird das Kantonsparlament haben. Die Aargauer Verbände Birdlife und Pro Natura lehnen die Pläne grundsätzlich ab. Die Einzonungen seien nicht im Interesse der Öffentlichkeit und dienten einzig privaten Interessen.

SP, Grüne und die Mitteparteien stehen der Lockerung des Hallwilersee-Schutzdekretes ablehnend bis skeptisch gegenüber. FDP, SVP, BDP und der Regionalplanungsverband Lenzburg-Seetal sind dafür.

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