Die ukrainische Regierung hat nicht vor, die Exporte von Agrarprodukten im Rahmen der Coronavirus-Vorkehrungen zu beschränken. Dies gilt insbesondere für Getreide, Sonnenblumenöl, Geflügelfleisch und andere bedeutende Agrarexportgüter des Landes.
Die ukrainische Regierung hat nicht vor, die Exporte von Agrarprodukten im Rahmen der Coronavirus-Vorkehrungen zu beschränken, erklärte der stellvertretende Minister für Wirtschaft, Handel und Landwirtschaft, Taras Katschka. In einer Videokonferenz der Unternehmensvereinigung Ukrainischer Agrarbusiness-Klub (UKAB) am vergangenen Freitag stellte Katschka klar, dass dies insbesondere für Getreide, Sonnenblumenöl, Geflügelfleisch und andere bedeutende Agrarexportgüter des Landes gelte, berichten die Landesmedien.
Nach seinen Worten seien die wichtigsten Nahrungsmittelproduzenten entschlossen, die Belieferung des Binnenmarktes zu intensivieren, um jeglichen Engpässen zuvorzukommen. Letztere wären theoretisch nur bei Brot, Buchweizen oder Speck vorstellbar; allerdings würden diese Erzeugnisse aus der Ukraine grundsätzlich nicht ausgeführt und somit auch jegliche Exportverbote überflüssig.
Aussage sorgte für Irritationen
Katschka gab dabei zu verstehen, dass seine Erklärung die einige Tage zuvor von Staatspräsident Wolodymyr Selenskij bekanntgegebene Anweisung zur Corona-Pandemie relativieren soll. Selenskij hatte damals in einer Videobotschaft erklärt, Exporte von Ernährungsgütern in Zusammenhang mit COVID-19 zu beschränken, ohne konkrete Produkte zu nennen. Nach seinen Worten sollte die Regierung diese bestimmen.
Die Äusserung Selenskijs hat für Irritationen in Wirtschaftskreisen gesorgt. So appellierte die Dachvereinigung mehrerer Produzentenverbände, der Ukrainische Agrarrat, an ihn und die Regierung, die Exporte landwirtschaftlicher Produkte nicht zu beschränken, sondern mit allen Mitteln zu unterstützen. Momentan sei dies vor dem Hintergrund der aktuellen negativen Entwicklungen besonders wichtig, die eine Entwertung des Umsatzkapitals sowie der Warenvorräte in der Agrarwirtschaft zur Folge hätten und schliesslich die Finanzierung der Frühjahrsbestellung gefährdeten, heißt es in einer Erklärung der Organisation.