Agrarprodukte gelten nicht als Industriegüter

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) rechnet im Zuge der Aufhebung der Schweizer Zölle auf Industrieprodukte mit einem jährlichen Gesamtwohlfahrtsgewinn von über 860 Millionen Franken. Mit der Aufhebung werde eine für die Schweizer Wirtschaft bedeutsame handelspolitische Massnahme umgesetzt, teilte das Seco am Dienstag mit.

sda |

Der Effekt setze sich – gestützt auf die Handelszahlen von 2016 – aus den direkten Zolleinsparungen bei den Unternehmen im Umfang von damals circa 490 Millionen Franken und Einsparungen von circa 100 Millionen Franken zusammen.

Hinzu kämen indirekte Effekte wie Produktivitätssteigerungen bei den Unternehmen von rund 270 Millionen Franken. Basierend auf den Schweizer Importen im Jahr 2022 beliefen sich die direkten Zolleinsparungen zwischenzeitlich sogar auf circa 600 Millionen Franken, hiess es weiter.

Keine Einfuhrzölle mehr für Industrieprodukte

In der Schweiz gibt es seit dem 1. Januar 2024 keine Einfuhrzölle für Industrieprodukte mehr. Die Abschaffung der Industriezölle war vom Parlament im Oktober 2021 in Form einer Anpassung des Zolltarifgesetzes gutgeheissen worden. Die Aufhebung der Industriezölle stärke den Wirtschafts- und Industriestandort Schweiz, indem sie Unternehmen und Konsumenten finanziell und administrativ entlaste, teilte das Seco weiter mit.

Zu den Industrieprodukten zählen in der Schweiz sowohl Vorleistungen für Produktionsprozesse wie Investitionsgüter, Rohstoffe, Salz, Halbfabrikate und Maschinen als auch Konsumgüter wie Fahrräder, Kleider oder Schuhe. Nicht als Industrieprodukte gelten alle Agrarprodukte.

Positive Effekte grösser

Für den Ausfall der Zolleinnahmen sieht der Bund derweil keine direkten Kompensationsmassnahmen vor. Allerdings sei gemäss den durchgeführten Studien davon auszugehen, dass der Zollabbau zu einer höheren Wirtschaftsleistung und zu höheren Steuereinnahmen beim Staat führe, was mittelfristig circa 30 Prozent der wegfallenden Zolleinnahmen kompensieren dürfte, so das Seco weiter.

Gesamtwirtschaftlich betrachtet würden die positiven Effekte deutlich die erwarteten Einkommensverluste des Bundes übersteigen.

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