
Von März bis Oktober 2026 könnten die argentinischen Maisexporte nach Berechnungen der BCR insgesamt 34,2 Mio. Tonnen erreichen.
Vijaya Narasimha
Argentinien steuert in der laufenden Saison auf einen neuen Rekord bei den Maisexporten zu. Nach Einschätzung von Analysten der Getreidebörse Rosario (BCR) profitiert das Land von den anhaltenden Problemen im ukrainischen Exportgeschäft, einer schwächeren brasilianischen Ausfuhrtätigkeit sowie einer steigenden Inlandsnachfrage nach Mais in den USA.
Von März bis Oktober 2026 könnten die argentinischen Maisexporte nach Berechnungen der BCR insgesamt 34,2 Mio. Tonnen erreichen. Damit würde der bisherige Rekord von 32,5 Mio. Tonnen aus dem Vergleichszeitraum der Saison 2020/21 übertroffen. Allein für Oktober werden die Ausfuhren auf rund 3,9 Mio. Tonnen geschätzt; das wären 67% mehr als im langjährigen Durchschnitt dieses Monats.
Ukraine liefert deutlich weniger
Unterstützt wird die starke Exportentwicklung Argentiniens durch die kriegsbedingten Ausfuhrprobleme der Ukraine. Üblicherweise erhöht das Land im Herbst seine Maislieferungen auf den Weltmarkt.
Nach Angaben der BCR wurden seit Anfang Oktober jedoch nur rund 138'000 Tonnen Mais exportiert. In normalen Jahren liegen die Ausfuhren im Oktober bei mehr als 1,5 Mio. Tonnen.
Brasilien und USA verändern den Markt
Auch Brasilien tritt derzeit bei Mais weniger stark als Wettbewerber auf dem Weltmarkt auf. Von März bis September exportierte das Land knapp 13,9 Mio. Tonnen und damit 32% weniger als im langjährigen Durchschnitt für diesen Zeitraum. Eine Ursache dafür ist die wachsende Nutzung von Mais für die Biokraftstoffproduktion. Allein im September wurden dafür 2,23 Mio. Tonnen eingesetzt, was gegenüber dem Vorjahresmonat einem Plus von 24% entspricht.
In den USA erreichten die Maisexporte im September zwar rund 7,02 Mio. Tonnen. Zuletzt hat sich das Exporttempo jedoch verlangsamt. Gleichzeitig sorgt die robuste Nachfrage der Ethanolproduzenten dafür, dass ein grösserer Teil der Ernte im Inland verbleibt.