Bei Reben und Oliven Schäden befürchtet - Schnee schützt Getreide

Die frostigen Temperaturen dürften in Rebbergen und an Olivenbäumen Schäden hinterlassen. Anderen Kulturen wie beispielsweise dem Getreide kann die Kälte weniger anhaben, werden sie doch durch die Schneeschicht geschützt.

sda |

Die frostigen Temperaturen dürften in Rebbergen und an Olivenbäumen Schäden hinterlassen. Anderen Kulturen wie beispielsweise dem Getreide kann die Kälte weniger anhaben, werden sie doch durch die Schneeschicht geschützt.

Rebstöcke könnten ab Temperaturen von minus 15 Schaden nehmen, sagte Bernard Bloesch, Spezialist bei der Forschungsanstalt Agroscope in Changins VD, am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Einige Rebsorten reagierten sensibler auf Frost als andere.

Isolierende Schneeschicht

Gefährdet seien nicht nur die diesjährige Weinernte, sondern auch die Rebpflanzen selber. In den letzten rund 60 Jahren hätten immer wieder Winterfrost-Perioden einen Teil der Rebstöcke zerstört, so 1956, 1963, 1966, 1971, 1973 und 2002. Mögliche Schäden könnten erst im Frühling erhoben werden, sagte Bloesch.

Dem Winterweizen hingegen könne die Kälte grundsätzlich nichts anhaben. Dabei spielt der Schnee eine entscheidende Rolle, indem er eine Isolationsschicht über die Sprossen legt. Die Schneeschicht muss laut Bloesch aber eine gewisse Dicke haben, damit sie einen Schutz biete.

Tessiner Oliven gefährdet

Im Tessin sind es neben den Reben die Oliven, die bei solch frostigen Temperaturen Schaden nehmen können. Seit rund 30 Jahren habe man südlich der Alpen keine so tiefen Werte mehr gemessen, sagte Mauro Jermini von der Forschungsanstalt Cadenazzo TI auf Anfrage.

Kommt hinzu, dass in den letzten Jahren im Tessin wieder vermehrt Olivenbäume gepflanzt wurden. Dies Bäume vertragen laut Jermini Temperaturen unter minus 6 oder 7 Grad nur schlecht. Jermini hofft, dass wenigstens die Strünke der Olivenbäume keinen Schaden nehmen werden.

Exoten dürften Schaden nehmen

Bei den Zierpflanzen hingegen könnte der durch Frost angerichtete Schaden gross sein, zumal viele Geschäfte immer mehr exotische Pflanzen anbieten. Im Tessin könnten viele aus dem Mittelmeerraum stammende Bäume und Pflanzen Schaden nehmen, sagte Jermini.

Sowohl Bloesch wie Jermini glauben jedoch nicht, dass die derzeitige Kältewelle katastrophale Auswirkungen haben wird. Im Gegensatz zu 1956 sei der Januar zwar relativ mild gewesen, ohne dass er der Vegetation bereits ermöglicht hatte, sich stark zu entfalten.

Denn genau die starken Unterschiede zwischen milden Winterperioden und extremen Kältewellen seien es, die jeweils zu grossen Schäden führten. Aus dem selben Grunde sei deshalb auch der Frühlingsfrost viel gefährlicher als der Winterfrost, ist Mauro Jermini der Meinung.

Notmassnahmen wegen Tieren

Auch den Tierhaltern unter den Bauern setzt dieser Tage der Dauerfrost zu, wie der stellvertretende Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes, Urs Schneider, auf Anfrage sagte. Die eisige Kälte lasse vor allem in weniger gut isolierten Gebäuden die Leitungen gefrieren. Deshalb müsse manch ein Landwirt die Wasserleitungen abstellen, um einen Rohrbruch zu verhindern.

Damit das Vieh trotz leeren Tränken nicht verdurstet, bringen die Bauern das Wasser laut Schneider in Milchkannen «40- bis 50-Liter-weise» zu ihren Tieren. Dieselbe Prozedur blüht ihnen, wenn sie den Wasserhahn nicht rechtzeitig zugedreht haben und Leitungen bereits geborsten sind.

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