Bericht: Wie die Schweiz ihre Stromversorgung sichern kann

Die Schweiz kann nach der Abschaltung aller Atomkraftwerke ihre Stromversorgung auch im Winter sicherstellen. Das hat eine Analyse von 50 Experten des Aargauer Energieunternehmens Axpo ergeben. Doch muss die Schweiz laut dieser Analyse unabhängig vom langfristigen Vorgehen dringend vier wichtige Massnahmen ergreifen.

sda |

Erstens sollte die Schweiz den bestehenden Atomkraftwerken einen längeren Betrieb ermöglichen, so dass genügend Zeit verbleibt für den Ausbau anderer Technologien. Das steht in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung der Axpo zur Analyse der 50 Expertinnen und Experten.

Zweitens sollten die Fördermittel des Bundes künftig primär dem Ausbau des Winterstroms zugute kommen und nicht jenem im Sommer. Drittens brauche es einen schnelleren Ausbau der Windkraft in der Schweiz, denn das Potenzial dafür sei hoch. Viertens brauche es geeignete Rahmenbedingungen für marktaktive Gaskraftwerke zur Absicherung der Schweizer Stromversorgung.

Zwei Szenarien – eins mit neuen AKW

Für die langfristige Deckung des Schweizer Strombedarfs sehen die Axpo-Fachleute zwei Szenarien. Das erste besteht aus einer ausgewogenen Mischung aus Wasserkraft, mehr Photovoltaik, deutlich mehr Windkraft sowie einigen marktaktiven Gaskraftwerken als fexible Ergänzung. Letztere bedienen die aufgrund des Ausbaus der erneuerbaren Energien stetig wachsende Nachfrage nach flexibler Produktion und sichern die Winterversorgung bei kritischen Wetterlagen.

In Szenario 2 entscheidet sich die Schweiz für den Neubau von zwei Kernkraftwerken, wobei diese mit anderen Technologien zusammenwirken, so etwa Wasserkraft, mehr Photovoltaik, mehr Windkraft und auch Gaskraftwerken. Szenario 2 stehe für das Unternehmen «nicht im Vordergrund», schreibt Axpo, welche in der Schweiz die Kernkraftwerke Beznau I und II betreibt und an zwei weiteren substanziell beteiligt ist. Am Dienstag wollte das Unternehmen die aus mehreren Berichten bestehende «Axpo Energy Reports» an einem Anlass in Zürich der Öffentlichkeit präsentieren.

Bundesrat will Winterstrom-Bonus

Bundesrat und Energieminister Albert Rösti bezeichnete im vergangenen Jahr bei einem Medienanlass auf dem Moléson FR eine sichere Energieversorgung der Schweiz als eines der wichtigsten strategischen Ziele seines Departements.

Er hoffe auf die sogenannten Beschleunigungserlasse für den Ausbau der Produktion und der Netze. Jenen für den Ausbau der Produktion verabschiedete das Parlament im Herbst. Ebenfalls im Herbst gab der Bundesrat bekannt, er wolle die Solarstrom-Produktion bis 2030 stark erhöhen und einen Winterstrom-Bonus für grosse Anlagen einführen. Der Ständerat beschloss am 11. März, das Verbot des Baus neuer Atomkraftwerke in der Schweiz aus dem Gesetz zu streichen. Der Nationalrat wird sich noch damit befassen.

«Sonnenenergie unterschätzt»

Der Schweizer Branchenverband für Sonnenenergie Swisssolar bezeichnete die Axpo Energy Reports in einer Stellungnahme als wichtigen Beitrag zur energiepolitischen Debatte. In den Berichten würden aber die Dynamik und die Wirtschaftlichkeit der erneuerbaren Energien unterschätzt.

-> Hier gibt es mehr Infos zum Bericht

Kommentare (3)

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  • Fred | 26.03.2026
    Szenario 1 : Die gleiche Dummheit wie es die Deutschen machen!
    Die Nachbarländer Deutschlands haben sie schon mehrmals vor einem Blackout gerettet, das letzte Mal vor ein paar Tagen!!!!
    Nur auf Wackelstrom setzen ist Dummheit puur!
  • Wälchli Urs | 24.03.2026
    Dann sollen diese Experten doch einmal sagen, warum ich für meinen PV Strom keine kostendeckende Einspeisevergütung bekomme und heute für meine Anlage aus 2013 55% hinter der Refinanzierung liege?
  • Müller | 24.03.2026
    Experten sind das Papier nicht wert, auf dem sie Berichte Drucken, nur ein modernes AKW kann denn massiven strombedarf in Zukunft sichern. Besonders weil windräder die Vögel gefährden pfas in der Landschafts verstreuen.
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