
Die meisten Landwirte hätten Verträge für den Frühjahrsdünger und diesen auch bereits bezogen.
Baywa
In Deutschland drohen gegenwärtig keine Versorgungsengpässe bei Düngemitteln. Das haben sowohl der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) als auch der Industrieverband Agrar (IVA) angesichts des Iran-Kriegs und der in Teilen blockierten Meerenge von Hormus klargestellt.
DRV-Geschäftsführer Philipp Spinne betont: «Jeder bekommt aktuell seinen Dünger.» Die meisten DRV-Kunden – also die Landwirte – seien für die Frühjahrsdüngung und meist auch darüber hinaus ohnehin über Kontrakte abgesichert. Der Krieg im Nahen Osten und im Iran sei allerdings ein Unsicherheitsfaktor. «Je länger der Konflikt andauert, je schwieriger könne die Lage werden», konstatiert Spinne.
Gelassenheit beim IVA
Die Dauer des Krieges habe zudem entscheidenden Einfluss auf die Preise, die sich in erster Linie am Weltmarkt bildeten, sagte Spinne. Die aktuell hohen Preise rechtfertigt er vor allem mit dem massiven Anstieg der Energiepreise. Entscheidend sei eine Diversifizierung bei der Versorgung mit Gas und Öl. Hier sei die EU insgesamt gut aufgestellt.
Auch der Industrieverband Agrar (IVA) blickt gelassen auf die Lage. Bislang seien zwar erste Auswirkungen auf die Preisentwicklung spürbar, von Preisspitzen wie nach Russlands Überfall auf die Ukraine sei der Markt aber noch weit entfernt.
Eigene Produktion sichert Versorgung
Theresa Krato, Leiterin des Fachgebiets Pflanzenernährung und Biostimulanzien im IVA, betont: «Garant für die Versorgungssicherheit der heimischen Landwirtschaft mit Mineraldüngern ist aber vor allem eine leistungsfähige inländische Düngemittel-Produktion. Die deutschen Hersteller allein können 75 % des Bedarfs hierzulande mit ihren Anlagen decken.»
Kritisch sieht der IVA, dass die EU-Kommission erwägt, Meistbegünstigungszölle auf Dünger aus Drittstaaten und die Einführung des CBAM auszusetzen. Ein abrupter Wechsel der Spielregeln untergrabe zudem das Vertrauen der Unternehmen. Krato wirft der EU-Kommission vor, «ein Versorgungsrisiko zu konstruieren, das faktisch nicht existiere.»