Die Dürre von 1947 – ein Blick zurück

Schon vor 79 Jahren war die Trockenheit im «Schweizer Bauer» ein grosses Thema. Futtermangel und hohe Futterpreise beschäftigten die Bauern schon im Jahr 1947.

Jonas Zbären |

Früher war alles besser. Dieser Satz kommt vielen bekannt vor. Doch im Jahr 1947 war das definitiv nicht der Fall. Der Krieg zwischen den Niederlanden und Indonesien tobte. Erst zwei Jahre waren seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vergangen.

Die Schweiz war von den Zerstörungen weitgehend verschont geblieben, doch in weiten Teilen Europas musste vieles neu aufgebaut werden. Und dann war da noch die Dürre, die damals die Schweizer Landwirtschaft beschäftigte.

Ähnliche Situation

Ein Blick in die Augustausgaben des «Schweizer Bauer» zeigt, wie aktuell manche Themen bis heute geblieben sind. Die Trockenheit dominierte die Berichterstattung. Die Zeitung schrieb von einer «seltenen Grünfutternot», weil der «schon längst ersehnte Regen» ausblieb. In vielen Regionen musste bereits Ende Juli auf die Wintervorräte zurückgegriffen werden.

«Die Jagd nach dem Heu», die normalerweise erst im Februar oder im März beginne, sei «nun mitten im Sommer in vollem Gang». Für viele Betriebe war der Zukauf von Futter durch die gestiegenen Preise kaum mehr tragbar, und die Zukunftsangst war gross.

Tiere verkaufen oder schlachten

Wegen des Futtermangels mussten Bauern Tiere verkaufen oder schlachten lassen. Vor einer Verarmung insbesondere der kleinen und mittleren Betriebe sowie vor einer drohenden Milchverknappung wurde gewarnt. Gleichzeitig rief die Redaktion dazu auf, sich «vor Angstverkäufen» zu hüten und Tiere nicht unter Wert zu verkaufen.

Stattdessen sollte, wenn möglich, Heu aus Frankreich importiert werden, da dort als Folge des Krieges das Vieh fehle und deshalb übriges Futter vorhanden sei. Bereits damals wurde auch die Bewässerung als Möglichkeit genannt, um «den Ackerfutterbau und seine Futterproduktion zu steigern».

Alle waren betroffen

Nicht nur die Landwirtschaft litt unter der Hitze. Ende Juli veröffentlichte das Urner Kantonsforstamt einen Aufruf. Touristen, Wanderer und Beerensammler wurden auf das Feuerverbot aufmerksam gemacht. Schon das Wegwerfen «nicht gelöschter Zigarettenstummel» könne Wald- und Streuebrände entfachen. Zwischen den düsteren Meldungen fand sich aber auch eine positive Nachricht. Im St. Galler Rheintal zeichnete sich laut «Schweizer Bauer» ein gutes Weinjahr ab. Das Juliwetter habe die Entwicklung der Reben begünstigt, und die Traubenblüte habe «einen guten Verlauf» genommen.

Die Ausgabe von 1947 zeigt, dass viele Herausforderungen der Landwirtschaft nicht neu sind. Trockenheit, Futtermangel und hohe Futterpreise beschäftigten die Bauern schon vor fast 80 Jahren. Die technischen Möglichkeiten haben sich seither verändert – die Abhängigkeit vom Wetter ist jedoch geblieben. 

Kommentare (8)

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  • Res | 06.09.2026
    Wir können jetzt noch lange sagen, gab es früher schon, ja bestimmt gab es das schon, aber in dieser zunehmend Häufigkeit und Intensität ist sicher nicht mehr normal. Ab. 2003 wiederholt sich das immer schneller und jedesmal noch etwas schlimmer. Diesmal wird es auf dem grössten Teil unseres Betriebes nicht einmal mehr grün, auch 3 Wochen nach dem Regen sieht es noch aus wie in der Steppe. Wir hatten gerade mal 2 Schnitte, normal mind. 5. Der Heustock ist fast leer, ich weiss nicht wie wir das stemmen. Mir macht die Zukunft Angst und ich denke Landwirtschaft wird und naher Zukunft in Mitteleuropa nur noch auf den besten und bewässerten Böden betrieben werden. Aber ist ja alles normal
  • Christine Roth | 05.09.2026

    Früher lag über uns ein tropisches Meer, von dem viele versteinerte Meerestiere zu sehen sind - mindestens drei mal lagen über uns ca 1000 m Eis, Eiszeiten - Klimawandel gibt es, seit es die Erde gibt !!! trotzdem wird öffentlich ganz massiv auf Panik gemacht…. wer verdient sich da wohl ein gehäuftes Schärfchen Geld mit dieser Panikmacherei ??

  • Martin | 02.09.2026
    Mich würde es interessieren, in wie vielen Kirchen Opfer gesammelt wurden damit der Herrgott vergibt und Regen schicke. Die Leute von damals gaben gutgläubig und unwissend ihr letztes Geld in der Hoffnung dass es nütze und Regen komme.
    Damals lebten wir mehrheitlich den christlichen Glauben.
    Heute sind wir dem Klimaglauben verfallen.
    Das Geld fliesst jedoch gleich wie damals.
    Ja die Sache mit der Angst ist der beste und gewinnbringenste Trick aller Zeiten.
    • Beat | 04.09.2026
      Das ist ein guter Artikel….
  • Luchsinger | 02.09.2026
    Interessant, und trotzdem werden wir Klimaleugner genannt
    • Elsa Höhn | 02.09.2026
      Diejenigen, die andere Klimagegner nennen, lesen keine Artikel, die etwas anderes aufzeigen. Panik erzeugt ein starkes Gefühl - und somit haben sie mal eines.
  • Ursula | 02.09.2026
    Ja, diejenigen die heute das Sagen haben, kennen auch die Trockenheit der Jahre 27, 28 nicht und daher ist alles neu und noch nie dagewesen. Man versucht nicht mal in der Geschichte nachzuforschen, was schon da war bevor der Klimahype und damit alles nur noch Geld für diverse Firmen und Personen das Wichtigste geworden ist und was noch wichtiger ist, der Bevölkerung Angst gemacht wird .
  • Gesunder Menschenverstand | 01.09.2026
    Gab es damals auch den menschengemachten Klimawandel???
    Vielleicht waren es Auswirkungen des Krieges (Krieg gibs auch heute, nicht mal weit entfernt)!
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