
Die Weidewirtschaft prägt Landschaft und Landwirtschaft im Schweizer Berggebiet. Ihre Zukunft stand an der Fachtagung «Lebendige Weiden» in Naters VS im Zentrum.
Melina Griffin
2026 ist das internationale Jahr der Weiden und Hirten. «Die Weidewirtschaft prägt Landschaft, Kultur und Leben weltweit genauso wie im Schweizer Alp- und Berggebiet. Gleichzeitig steht sie vor grossen wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen», schreiben die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete, Helvetas, der Schweizer Bauernverband und der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband in ihrer gemeinsamen Mitteilung.
Bedeutung der graslandbasierten Nutztierhaltung
Zusammen haben die vier Organisationen die Fachtagung «Lebendige Weiden – Für eine zukunftsfähige Weidewirtschaft in der Schweiz» anlässlich des UNO-Jahres in Naters VS organisiert. Akteurinnen und Akteure aus Praxis, Wissenschaft, Politik und internationalen Organisationen diskutierten über die Bedeutung der graslandbasierten Nutztierhaltung, der Weidelandschaften und der Menschen dahinter, über aktuelle Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze. Dabei wurden Erfahrungen aus der Schweiz mit internationalen Perspektiven verbunden, wie es in der Medienmittelung heisst.
Die Fachreferate hätten konkrete Lösungsansätze aus dem In- und Ausland präsentiert: regionale Wertschöpfungsketten, klimaangepasste Nutztierhaltung, partizipatives Wassermanagement, die ökologische Nutzung und Offenhaltung der Weiden sowie den Erhalt der Alpsaison als immaterielles Kulturerbe.
Ein lebendiges und anpassungsfähiges System
Christophe Léger, Präsident von Suaci Montagn’Alpes, einer französischen Organisation für die Landwirtschaft in den Alpen, ergänzte die europäische Perspektive mit den Ergebnissen der Berggebietskonferenz von Euromontana im französichen Sallanches.
Zum Abschluss verabschiedeten die Teilnehmenden die «Deklaration für lebendige und zukunftsfähige Weiden in der Schweiz». Die Trägerorganisationen halten als Kernbotschaft fest: «Die Weidewirtschaft ist kein Relikt der Vergangenheit. Sie ist ein lebendiges und anpassungsfähiges System, das Lebensmittel erzeugt, Landschaften pflegt und die Berggebiete als Lebens- und Wirtschaftsräume erhält». Die Deklaration soll nun in den politischen Dialog und in die Weiterentwicklung der schweizerischen Agrar- und Berggebietspolitik eingebracht werden, wie es in der Medienmitteilung abschliessend heisst.