
«Der Preis würde deutlich unter dem liegen, was wir derzeit an Kanada zahlen – sehr gute Nachrichten für unsere Farmer und Viehzüchter», so der Präsident.
WEF
US-Präsident Donald Trump will Kalidünger künftig verstärkt in Belarus kaufen. Das hat er auf seiner Plattform «Truth Social» angekündigt. Trump sprach von einem «massiven Deal».
«Der Preis würde deutlich unter dem liegen, was wir derzeit an Kanada zahlen – sehr gute Nachrichten für unsere Farmer und Viehzüchter», so der Präsident. Kanada ist für die Vereinigten Staaten derzeit der Hauptlieferant für Kali; vom nördlichen Nachbarn kommen rund 90% des benötigten Düngers. Aufgrund eines Mangels an eigenen Lagerstätten sind die USA bei Kali auf Importe angewiesen.
Handelskonflikt als Auslöser
Trumps Vorstoss ist eine Folge des aktuell schwelenden Handelskonflikts zwischen den USA und Kanada. Beide Seiten haben jeweils Strafzölle auf eine Reihe von Importen verhängt. Nun soll Belarus die Lieferlücke schliessen. Einzelheiten zu einem Deal nannte Trump allerdings nicht. Zudem werfen Äusserungen des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko die Frage auf, ob es überhaupt zu einer Vereinbarung kommt.
Noch vor Trumps Ankündigung hatte Lukaschenko eingeräumt, dass sein Land derzeit keine grossen Mengen Kali in die USA liefern könne. Die Produktion sei für dieses Jahr bereits vertraglich gebunden. Anfang September hatte Lukaschenko darauf verwiesen, dass Belarus wieder den Verkauf von Kalidünger in die Vereinigten Staaten aufgenommen habe. Zuvor hatte Washington die Sanktionen gegen belarussische Kalidüngerproduzenten aufgehoben.
Zweifel am Preisvorteil
Zudem ist fraglich, ob Kalidünger aus Belarus tatsächlich billiger wäre als kanadische Ware. Zweifel daran hat unter anderem Scott Moe, Regierungschef der kanadischen Provinz Saskatchewan, wo der meiste kanadische Kalidünger hergestellt wird.
«Glaubt wirklich jemand, dass belarussischer Kalidünger, der durch Russland transportiert wird, günstiger, nachhaltiger oder ethischer sein wird als Kalidünger aus Saskatchewan – hier direkt aus Nordamerika?», schrieb Moe auf der Plattform X.