
Vertrocknete Wiesen, knappe Futterreserven und Hitzestress bei den Tieren führen laut Jula CH vielerorts zu sinkenden Milchmengen.
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Viele Schweizer Landwirtschaftsbetriebe stehen aktuell wirtschaftlich unter Druck. In einer Medienmitteilung fordert die Junglandwirtinnen und Junglandwirte Schweiz (Jula CH) deshalb rasche Massnahmen. Die ausserordentlichen Kosten dürften nicht allein von den Produzenten getragen werden.
Vertrocknete Wiesen, knappe Futterreserven und Hitzestress bei den Tieren führen laut Jula CH vielerorts zu sinkenden Milchmengen. Gleichzeitig steigen die Kosten für Bewässerung, Wassertransporte und Futterzukäufe. Auch Tierseuchen wie die Blauzungenkrankheit und das Shamonda-like-Virus verschärften die Lage.
Hilfe gefordert
«Wer Versorgungssicherheit und eine starke einheimische Lebensmittelproduktion will, muss dafür sorgen, dass Landwirtschaftsbetriebe auch in ausserordentlichen Situationen wirtschaftlich bestehen können», hält die Jula CH fest.
Die Junglandwirte fordern unter anderem eine Anpassung der Milchpreise an die aktuelle Marktsituation sowie eine Beteiligung von Handel, Verarbeitung und Detailhandel an den zusätzlichen Kosten. Zudem verlangen sie Schutz für das einheimische Angebot, mehr Flexibilität bei Form- und Grössenabweichungen von Schweizer Produkten sowie transparente und unabhängig kontrollierte Preise an Nutztierauktionen.
Zukunft der Betriebe sichern
Die Forderungen zielten nicht nur auf die aktuelle Trockenperiode, sondern auf die langfristige wirtschaftliche Perspektive der Landwirtschaft.
«Wenn die wirtschaftlichen Risiken extremer Wetterereignisse jedoch dauerhaft allein bei den Produzenten liegen, wird die nächste Generation kaum bereit sein, diese Verantwortung zu übernehmen», warnt die Jula CH.
Die Forderungen der Junglandwirte und Junglandwirtinnen
- Faire und rasch anpassbare Milchpreise: Der aktuelle Mechanismus zur Festlegung der Richtpreise der Branchenorganisation Milch (BOM) soll aufgehoben und der Milchpreis der ausserordentlichen Marktsituation angepasst werden. Richtpreise müssen zudem ohne ungerechtfertigte Abzüge bei den Produzenten ankommen.
- Abgeltung der ausserordentlichen Mehrkosten: Handel, Verarbeitung und Detailhandel müssen sich an den zusätzlichen Kosten für Bewässerung, Wassertransporte, Bewässerungsinfrastruktur und Futterzukäufe beteiligen.
- Stärkung des Schweizer Marktes: Während der aktuellen Ausnahmesituation soll das einheimische Angebot gegenüber zusätzlichen Importen von Wiederkäuerfleisch geschützt werden.
- Mehr Flexibilität bei Schweizer Produkten: Witterungsbedingte Abweichungen bei Form oder Grösse dürfen nicht dazu führen, dass einwandfreie Schweizer Lebensmittel nicht vermarktet werden können.
- Faire Marktbedingungen: Preisbildungen an Nutztierauktionen müssen transparent sein und unabhängig kontrolliert werden.