
Während die Produzentenpreise im Jahr 2025 für viele Produkte tierischen Ursprungs gestiegen sind, waren sie für zahlreiche pflanzliche Produkte rückläufig.
KI erstellt
Die Schweizer Agrar- und Lebensmittelpreise entwickelten sich 2025 uneinheitlich. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW), die Produzenten- und Konsumentenpreise in der Schweiz sowie in Deutschland, Österreich und Frankreich vergleicht.
Dabei lässt sich ein Muster erkennen. Tierische Produkte wurden auf Produzentenstufe mehrheitlich teurer, während zahlreiche pflanzliche Erzeugnisse an Wert verloren. Auch im Detailhandel gab es je nach Produkt deutliche Preisbewegungen.
Milch und Schlachtvieh legen zu
Der durchschnittliche Produzentenpreis für Rohmilch stieg 2025 gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent auf 76,32 Rappen pro Kilogramm. Gleichzeitig nahm die vermarktete Milchmenge um 2,8 Prozent zu. Der Milchpreis profitierte unter anderem vom höheren Richtpreis für Molkereimilch im A-Segment, der bereits im Juli 2024 angepasst worden war.
Die Analyse des BLW zeigt weiter, dass sich auch die Preise für Schlachtvieh mehrheitlich positiv entwickelten. Bei Rindvieh stiegen die Produzentenpreise in der konventionellen QM-Produktion und im Bio-Segment je nach Kategorie um rund 7 bis 8 Prozent. Besonders stark erholten sich die Kälberpreise, die gegenüber 2024 um 10,9 Prozent im QM-Segment und um 10,6 Prozent im Bio-Bereich zunahmen.

Gemäss der BLW-Analyse haben sich die Preise für Schlachtvieh mehrheitlich positiv entwickelten.
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Bei Schweinen verlief die Entwicklung unterschiedlich: Die QM-Preise stiegen um 2,3 Prozent auf 4.52 Franken je Kilogramm Schlachtgewicht, während die Bio-Preise um 2,7 Prozent auf 7.54 Franken sanken.
Auch Eierproduzenten erzielten höhere Preise. Bei Bioeiern betrug der Anstieg 5,2 Prozent, bei Freilandeiern 4,8 Prozent und bei Eiern aus Bodenhaltung 7,9 Prozent. Zu den höheren Kosten trug unter anderem die schrittweise Einstellung des Tötens männlicher Küken in der Eierproduktion bei.
Ackerbau unter Preisdruck
Weniger erfreulich zeige sich die Entwicklung bei verschiedenen pflanzlichen Produkten. Die Produzentenpreise für konventionellen Brotweizen der Klasse Top sanken um rund 2 Prozent auf 59.99 Franken je 100 Kilogramm. Bei Weizen der Klasse I betrug der Rückgang rund 3 Prozent auf 57.29 Franken.
Auch Speisekartoffeln wurden günstiger. Die Richtpreise für festkochende Kartoffeln gingen gegenüber 2024 um rund 8 Prozent auf 51.57 Franken je 100 Kilogramm zurück. Bei mehligkochenden Kartoffeln betrug der Rückgang 9 Prozent auf 47.39 Franken. Damit setzte sich der Preisrückgang im zweiten Jahr in Folge fort. Die Preise für Veredelungskartoffeln blieben dagegen unverändert.

Die Analyse des BLW zeigt, dass Speisekartoffeln an Wert verloren haben.
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Im Gemüsebau standen ebenfalls viele Preise unter Druck. Der Produzentenpreis für Karotten sank um 5,1 Prozent auf 1.11 Franken pro Kilogramm. Kopfsalat verbilligte sich um 8 Prozent, Knollensellerie um 6,7 Prozent. Bei Äpfeln blieb der Preis für Golden Delicious mit einem Franken pro Kilogramm stabil, während Braeburn leicht nachgab.
Grosse Unterschiede zum Ausland
Die Preisunterschiede zwischen der Schweiz und den Nachbarländern bleiben beträchtlich. Sowohl die Produzenten- als auch die Konsumentenpreise lagen 2025 hierzulande generell höher. Bei Milch betrugen die Produzentenpreise in Deutschland, Österreich und Frankreich lediglich 59 bis 69 Prozent des Schweizer Niveaus. Bei Kartoffeln lagen sie teilweise noch deutlich tiefer.

In Deutschland und Frankreich kostete ein Schweinsplätzli nur ein Drittel so viel wie in der Schweiz.
FranceAgriMer, Agreste, Insee, GfK Austria, Bundesanstalt Statistik Austria, Bundesanstalt für Agrarwirtschaft Österreich, AMI, GfK (D), BLW
Besonders gross sind die Unterschiede im Detailhandel bei Fleisch. In den drei Nachbarländern kosten die meisten untersuchten Fleischarten weniger als die Hälfte des Schweizer Preises. Auch Milchprodukte sind günstiger: Die Preise liegen im Ausland je nach Land und Produkt bei 38 bis 90 Prozent des Schweizer Niveaus.
Allerdings sind solche Vergleiche mit Vorsicht zu interpretieren. «Beim Vergleich und der Interpretation der Zahlen der einzelnen Jahre ist Vorsicht geboten, da die Datenquellen und die Produkteigenschaften von Jahr zu Jahr variieren können», heisst es in der Analyse.