Den Wegfall von landwirtschaftlichen Saisonarbeitskräften infolge der Corona-Krise will auch Spanien jetzt mit dem Einsatz von Arbeitslosen und Migranten abfedern.
Einen entsprechenden Königlichen Gesetzerlass hat das Kabinett in Madrid am Dienstag vergangener Woche auf den Weg gebracht. Ziel sei es, einen geregelten Arbeitsablauf in den landwirtschaftlichen Betrieben zu sichern, bei denen jetzt wichtige Ernten anstünden so etwa von Erdbeeren und anderen roten Früchten, Steinobst und verschiedenen Gemüsearten, erläuterte Landwirtschaftsminister Luis Planas.
Derzeit fehlten auf den Betrieben infolge der Einreisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie landesweit etwa 80 000 Saisonarbeitskräfte, vor allem aus Marokko. Eine Mechanisierung der Arbeiten sei nicht möglich. Ohne Arbeitskräfte sei aber die Versorgung der Märkte nicht mehr gewährleistet. Nun sollen laut Planas die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass Arbeitslose befristet in der Landwirtschaft erwerbstätig sein können, ohne ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld zu verlieren.
Arbeitserlaubnis erweitern
Daneben soll für legal in Spanien lebende Migranten die Arbeitserlaubnis erweitert werden. Voraussetzung für den Abschluss entsprechender Verträge zwischen Arbeitslosen beziehungsweise Migranten und Landwirten sei, dass derWohnort der potentiellen Erntehelfer nah an der Betriebsstätte liege, erklärte der Minister. Zudem müssten die Betriebe die Corona-Präventionsmassnahmen umsetzen. Bei der Arbeitskräfteanwerbung und -vermittlung werde die öffentliche Verwaltung eingebunden. Der Gesetzerlass werde zunächst bis zum 30. Juni gelten.
Daneben kündigte Planas an, Unterstützungsmassnahmen für schaf- und ziegenhaltende Betriebe einzuführen, die infolge der Schliessung von Restaurants und Hotels unter massiven Absatzproblemen leiden. Zudem startete das Landwirtschaftsministerium in den sozialen Medien eine Kampagne, mit der dieArbeit der Land- und Ernährungswirtschaft in der aktuellen Corona-Krise gewürdigt werden soll. Unter der Überschrift „Ihr ernährt unser Leben“ heben Künstler und Journalisten den Beitrag der heimischen Betriebe zur Ernährungssicherung hervor.