Seuchen: Frankreich verschärft Regeln für Schaf- und Ziegentransporte

Angesichts der zunehmenden Ausbreitung gefährlicher Tierseuchen in Südosteuropa hat Frankreich seine Vorgaben zum Verbringen speziell von Schafen und Ziegen verschärft.

AgE |

Laut einem jetzt veröffentlichten Erlass müssen Transporte in andere Betriebe, Sammelstellen und auf Märkte sowie zum Schlachter und zur Tierkörperbeseitigung künftig binnen zwei Tagen offiziell gemeldet werden.

Sorge vor MKS

Bisher werden dafür sieben Tage eingeräumt. Die Neuregelung soll ab dem 28. April vorübergehend bis zum 28. Mai gelten. Als Ziel nennt die Regierung eine bessere Rückverfolgbarkeit. Allerdings importiert Frankreich keine Schafe und Ziegen aus den betroffenen Regionen in Südosteuropa.

Sorgen bereitet den Franzosen, dass in Südosteuropa derzeit sowohl die Maul- und Klauenseuche (MKS) als auch die Pockenseuche der Schafe und Ziegen sowie die Pest der kleinen Wiederkäuer (PPR) aktiv sind. Alle drei Krankheiten werden von der Europäischen Union in der Kategorie A und damit als gefährlich eingestuft. Sie treten in der EU üblicherweise nicht auf und müssen umfassend bekämpft werden.

Teils reges Krankheitsgeschehen

Die Pockenseuche der Schafen und Ziegen, die in der Türkei seit Längerem grassiert, trat seit dem vergangenen Sommer jeweils in Bulgarien, Griechenland, Nordmazedonien, Rumänien und Serbien erstmals auf. Aktuell ist das Seuchengeschehen vor allem in Bulgarien und Griechenland rege.

Die MKS wurde im Februar des laufenden Jahres in Zypern und einen Monat später in Griechenland erstmals seit langem nachgewiesen. Seither wurden in Griechenland 21, auf Zypern 50 Fälle gezählt. Die PPR wurde in den zurückliegenden Monaten in Albanien, Kroatien und dem Kosovo festgestellt. Experten gehen allerdings auch in weiteren Balkanländern von einer schwachen Zirkulation aus.

Die Welttiergesundheitsorganisation (WOAH) hatte kürzlich vor einer Verschleppung von Seuchen durch Schafe und Ziegen gewarnt. Im Fokus stand dabei zwar die Subsistenzlandwirtschaft unter anderem in Afrika. Grundsätzlich betonte die WOAH aber die besondere «Mobilität» dieser Nutztiere, etwa bei häufigen Transporten zu Märkten und vor allem durch die Bewegung von Herden. Und wenn Tiere sich häufig bewegten, sei die Rückverfolgbarkeit zum Beispiel bei plötzlich auftretenden Krankheiten erschwert.

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