
Die Futtermittelhersteller reagieren auf die Situation mit angepassten Angeboten.
UFA
Die anhaltende Trockenheit gefährdet die Versorgung Schweizer Landwirtschaft nicht. Zu dieser Einschätzung kommt der Agrarkonzern Fenaco. Allerdings beeinflusse die Trockenheit den heimischen und europäischen Futtermarkt, so dass es wegen Futtermittelengpässen zu Einschränkungen beim Angebot kommen könne.
Herausforderungen bestehen derzeit vor allem in der Logistik und mit den damit verbundenen Lieferzeiten, wie die in Bern ansässige Fenaco, der unter anderen Volg und Landi angehören, am Donnerstag mitteilte. Die aktuelle Situation erfordere Flexibilität.
Für die Schweiz bedeutet dies, dass vermehrt auf Beschaffungsquellen aus weiter entfernten internationalen Regionen zurückgegriffen werden muss.
Davon betroffen ist insbesondere das Raufutter. «Nach heutiger Einschätzung wird zwar ausreichend Raufutter verfügbar sein», teilt die Fenaco mit, «die längeren Transportwege können jedoch zu längeren Lieferfristen führen». Entsprechend könne es vorübergehend zu Einschränkungen bei der verfügbaren Produktepalette kommen.
Rohwaren teilweise knapp
Auch im Mischfutterbereich ist die Situation angespannt. Einzelne Rohwaren wie Mühlennebenprodukte und Luzerne sind derzeit nur eingeschränkt verfügbar. Gleichzeitig sind die Preise gestiegen. Die Versorgung sei dennoch sichergestellt, teilweise müssten jedoch andere Produkte eingesetzt werden.
Die Futtermittelhersteller reagieren auf die Situation mit angepassten Angeboten. So haben UFA und Melior unter anderem Raufutterersatzwürfel speziell für die aktuelle Situation rezeptiert.
Preise zeigen nach oben
Joseph von Rotz, Leiter fenaco GOF Schweiz, rechnet mit einer weiterhin angespannten Marktsituation: «Wir gehen heute davon aus, dass für die Schweizer Tierhalterinnen und Tierhalter genügend Futtermittel verfügbar sein werden, die Produktepalette aber Einschränkungen erfahren wird. Die Preise schwanken stark und zeigen von der Nachfrage getrieben eine klar steigende Tendenz».
fenaco GOF ist innerhalb der Agrargenossenschaft für die Beschaffung von Rohwaren zuständig. Nach eigenen Angaben ermöglicht ein internationales Beschaffungsnetz, gemeinsam mit Produzenten und Handelspartnern flexibel auf Veränderungen am Markt zu reagieren. Damit soll die Versorgung der Schweizer Landwirtschaft auch unter den derzeit schwierigen Bedingungen sichergestellt werden.