
Die in der Schweiz verwendete Futtersoja stammt fast ausschliesslich aus Europa.
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«Die Strategie des Soja Netzwerks, die Beschaffung auf kurze, europäische Wege zu konzentrieren, hat im Jahr 2025 einen Höchststand erreicht», heisst es in einer Mitteilung des Vereins «Soja Netzwerk Schweiz». Die Abhängigkeit von Übersee-Lieferketten sei damit nahezu vollständig erreicht. So wird auch Maiskleber, der vor vier Jahren noch zu 90 Prozent aus China importiert wurde, heute aus Europa bezogen.
Italien bleibt wichtigster Lieferant
Von den insgesamt 266'557 Tonnen importierter Futtersoja stammten 97,8 % (260'722 Tonnen) aus Europa. Mit 152'489 Tonnen (57,2 %) bleibt Italien das bedeutendste Anbauland.
Soja Netzwerk Schweiz reduziert den ökologischen Fussabdruck. Die Entwicklungen hin zu zertifizierter Futtersoja und zur Herkunft Europa hat die mit Schweizer #Soja-Importen verbundenen #Treibhausgasemissionen um rund 85% reduziert. pic.twitter.com/h41ReMwInu
— Soja Netzwerk Schweiz (@SojaNetzwerk) April 20, 2023
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen lieferte die Ukraine 52’777 Tonnen (19,8 %). Die Schweiz importierte erstmals keine Sojabohnen aus Brasilien. Insgesamt waren 96 Prozent der Sojaimporte nachweislich nach anerkannten Nachhaltigkeitsstandards zertifiziert.
Erfolgreiche Abkehr von Übersee-Importen
Auch bei anderen Futtermitteln setzt das Netzwerk auf europäische Herkunft und hohe Qualitätsstandards. Im Jahr 2025 wurden gemäss Réservesuisse 397'168 Tonnen Futtergetreide (Weizen, Gerste, Hafer) importiert. 15 Beschaffer meldeten dem Soja Netzwerk 371'419 Tonnen sikkationsfreies Futtergetreide. Die Hauptlieferanten sind Frankreich und Deutschland.
Das Soja Netzwerk Schweiz
Das Soja Netzwerk Schweiz ist ein Zusammenschluss von Organisationen aus Landwirtschaft, Futtermittelwirtschaft, Handel und Veredelung. Es setzt sich für eine verantwortungsvolle, gentechfreie und nachhaltige Beschaffung von Soja und weiteren Import‑Futtermitteln ein.
Ziel sind transparente Lieferketten, hohe Umwelt‑ und Sozialstandards sowie eine verstärkte Herkunft aus Europa zur Sicherung von Qualität und Versorgung. Zu den wichtigsten Mitgliedern gehören: Coop, Migros, Lidl, Aldi, Fenaco, Bell, Emmi, UFA, Bio Suisse, IP-Suisse, Schweizer Bauernverband, SMP, WWF. ome
Erstmals sei es im Jahr 2025 gelungen, Maiskleber (41'863 Tonnen) ausschliesslich aus europäischen Quellen wie Frankreich, Österreich, Bulgarien und Spanien zu beziehen. Beim Bruchreis (53'253 Tonnen) aus Brasilien, Myanmar und Italien wurden 96 % nachhaltig beschafft. «Die Aktivitäten im Jahr 2025 zeigen, dass das Soja Netzwerk seine Nachhaltigkeitsziele erfolgreich auf weitere relevante Import-Futtermittel ausweitet», bilanziert Fortunat Schmid, Präsident des Soja Netzwerk Schweiz.
Sachliche Debatte über neue Gentechnik
Mit Blick auf die Zukunft thematisierte der Vorstand an der Mitgliederversammlung am Freitag in LU Sursee über die neuen genomischen Techniken (NGT) wie beispielsweise Crispr/Cas. -> Neue Gentechnik: EU-Rat segnet Lockerungen ab / -> Pflanzenzucht steht vor Durchbruch .
Das Netzwerk spricht sich für eine sachliche Debatte aus und betont, dass eine Orientierung an der EU-Gesetzgebung unerlässlich ist, um Handelshemmnisse zu vermeiden und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz zu sichern. «Zentral ist, dass NGT-Anwendungen in der Lieferkette klar geregelt sind, um Transparenz und Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten», hält Fortunat Schmid fest.
-> Hier können Sie den «Jahresbericht Soja Netzwerk Schweiz» nachlesen.