In den vergangenen Wochen und Tagen hat in einigen Regionen die Alpsaison begonnen, in anderen steht sie kurz bevor. Hat die Sömmerung in den vergangenen Jahren immer früher begonnen? Oder habt Ihr keine Änderung bemerkt? Macht mit bei unserer Umfrage
Tausende Rinder, Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen werden derzeit auf die Alpen gebracht. Das Sömmerungsgebiet ist ein bedeutender Teil der Kulturlandschaft und befindet sich in den Alpen und Voralpen sowie im Jura. Schutz und Pflege der Weiden im Sömmerungsgebiet helfen Naturkatastrophen (Lawinen, Erdrutsche, Erosion) zu verhüten. Die Tiere auf den Alpen sind auch wichtig für den Tourismus.
Weniger, aber grössere Betriebe
Gemäss Agrarbericht 2021 hat sich die Anzahl Sömmerungsbetriebe zwischen 2003 und 2020 von 7472 auf 6672 reduziert. Der gesamte Normalbesatz blieb in der gleichen Zeitspanne aber ziemlich stabil. «Da bestehende Betriebe fusionierten oder durch den Nachbarbetrieb übernommen wurden, sind die Sömmerungsbetriebe tendenziell grösser geworden», heisst es weiter.
Die Grösse eines Sömmerungsbetriebs wird in Normalstössen gemessen. Ein Normalstoss entspricht der Sömmerung einer Raufutterverzehrenden Grossvieheinheit während 100 Tagen. «Er entspricht somit der Menge Gras, um eine Kuh während 100 Tagen zu füttern», heisst es im Agrarbericht.

Cornel Werder
Anzahl Normalstösse unverändert
Die Anzahl Normalstösse hat sich zwischen 2000 und 2020 unterschiedlich entwickelt. Lag der Wert 2000 noch 308'633, sank er bis 2013 auf 280'187. Seither hat die Anzahl Normalstösse wieder deutlich zugenommen und lag 2020 bei 310'176.
Milchkühe und Rinder (Kategorie «Anderes Rindvieh») haben in dieser Periode um je rund 10 % abgenommen. Gleichzeitig verdreifachte sich die Zahl der Mutterkühe. «Diese Verschiebung ist eine Folge der Entwicklungen auf den Ganzjahresbetrieben im Tal- und Berggebiet», so der Agrarbericht. Im Vergleich mit 2000 wurden 2020 rund 25 % weniger Schafe und Pferde, aber rund 20 % mehr Ziegen gesömmert. Der Bund führt den Rückgang bei der Schafsömmerung auf den aufwändigen Herdenschutzes zurück.
Insgesamt weiden durchschnittlich über 250’000 Rinder und Kühe für rund dreieinhalb Monate auf den Schweizer Alpen. Daneben verbringen etwas über 130’000 Schafe, gut 35’000 Ziegen sowie rund 7’000 Pferde ihren Sommer auf der Alp.
Bedeutet nicht längere Sömmerungszeit
Verändert hat sich aber in den vergangenen Jahren der Start der Alpsaison. «Der Alpaufzug hat sich in allen Regionen im Vergleich zu früher eher etwas nach vorne geschoben, die Unterschiede und Schwankungen zwischen den Jahren sind aber gross», erklärte Selina Droz, Geschäftsführerin des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbands SAV, kürzlich dem Landwirtschaftlichen Informationsdienst.
Droz hat hier keine gesicherten Zahlen. Sondern sie stützt sich auf Aussagen von Älplerinnen und Älpler. Eine frühere Alpauffahrt bedeute auch nicht unbedingt eine längere Sömmerungszeit. In Jahren mit früheren Alpaufzügen sei öfters beobachtet worden, dass die Alpen beispielsweise aufgrund von Trockenheit wieder früher verlassen werden mussten, führte Selin Droz weiter aus.
Was habt Ihr für Beobachtungen gemacht? Sind Eure Tiere in den vergangenen Jahren früher in die Sömmerungsgebiete verbracht worden? Oder habt Ihr diese Beobachtung nicht gemacht? Stimmt und diskutiert mit.
