Angesichts der im Zuge des Ukraine-Krieges in die Höhe geschnellten Kunstdüngerpreise stehen organische Düngemittel mancherorts wieder hoch im Kurs.
Laut dpa sind Wirtschaftsdünger wie Gülle, Jauche und Mist derzeit vor allem in Deutschland sehr gefragt. Aber auch in Österreich steigt die Nachfrage, wie der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ), Josef Moosbrugger, gegenüber der APA berichtet.
Doch das Angebot und der Handel sind in Österreich begrenzt. Wirtschaftsdünger wird vor allem für die pflanzliche Futtermittelerzeugung eingesetzt. Diese tierischen Nebenprodukte enthalten wertvolle Nährstoffe wie Stickstoff, die das Wachstum der Nutzpflanzen fördern und daher als Ersatz für Kunstdünger dienen können.
Knappes Angebot auf dem Markt
Aufgrund der in Österreich gängigen flächengebundenen Tierhaltung sei das Angebot für die heimischen Landwirte jedoch knapp, so der LKÖ-Präsident. Diese führe nämlich dazu, dass der Viehbesatz pro Hektar im Vergleich zu vielen anderen Ländern geringer ausfalle und dadurch auch weniger Wirtschaftsdünger produziert werden könne.
Im Gegenzug profitiert die österreichische Landwirtschaft laut Moosbrugger von einem hohen Grünlandanteil, der grossen Bedeutung der Tierhaltung sowie von regionalen Kreisläufen. Das ergibt tendenziell einen hohen Selbstversorgungsgrad bei regionalen Eiweißfuttermitteln und damit verbundenem Wirtschaftsdünger, der die Betriebe gegenüber den derzeitigen Turbulenzen am Markt widerstandsfähiger mache.
Keine Handelsplattform
Eigene Handelsplattformen wie etwa die Güllebörsen in Deutschland gibt es in Österreich nicht. «Wenn Wirtschaftsdünger überhaupt gehandelt wird, dann in der Regel kleinräumig und somit quasi von Nachbar zu Nachbar», so Moosbrugger.
Generell sind die Wirtschaftsdüngermengen in den letzten Jahren zurückgegangen, wie sich aus dem österreichischen Inventur-Report 2021 des Umweltbundesamtes ergibt.
So verringerte sich die Menge des gebrauchten Stickstoffs von 143’000 t im Jahr 1990 auf rund 125’000 t im Jahr 2019. Als Gründe führt Moosbrugger sinkende Nutztierbestände sowie den Umstand an, dass die Fütterung immer besser auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt werde.
