Hohe Kosten und schwächere Erträge: Betriebe unter Druck

Angesichts sinkender Erträge und hoher Produktionskosten fordert der Deutsche Bauernverband rasche Entlastungen für die Landwirtschaft. Präsident Joachim Rukwied verlangt unter anderem eine Steuererleichterung beim Diesel und die Einführung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage.

AgE |

Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht angesichts des wachsenden wirtschaftlichen Drucks auf die Betriebe die Bundesregierung in der Pflicht. «Wir brauchen eine spürbare Steuerentlastung beim Diesel und die zügige Einführung der steuerfreien Risikoausgleichsrücklage», erklärte DBV-Präsident Joachim Rukwied.

Er verwies auf die aktuellen Erntezahlen der Landesbauernverbände, die deutliche Ertragseinbussen bei wichtigen Ackerkulturen erwarten liessen. «Schwächere Erträge, geringere Erlöse und hohe Betriebskosten treffen die Landwirtschaft in einer ohnehin angespannten Lage», so Rukwied.

Diesel und Rücklagen im Fokus

Hohe Kosten für Diesel und Düngemittel belasteten die Betriebe unmittelbar in der laufenden Produktion, führte Rukwied aus. «Wer Versorgungssicherheit und eine leistungsfähige heimische Landwirtschaft will, muss die Betriebe wirtschaftlich handlungsfähig halten.»

Deshalb sei eine Entlastung beim Diesel bis Ende November erforderlich. Zudem pocht der Verband auf die Einführung der im Koalitionsvertrag vereinbarten steuerfreien Risikoausgleichsrücklage. Diese sei ein wichtiger Baustein, um Betriebe in Krisenjahren zu stabilisieren.

Rückgänge bei Weizen und Raps

Nach Angaben des DBV bestätigen die neuesten Zahlen der Landesbauernverbände die bisherigen Ernteschätzungen. Während die Wintergerste mit einer Ertragsschätzung von 7,6 Tonnen pro Hektare nur leicht unter dem Vorjahreswert von 7,8 Tonnen pro Hektare liegt, zeigen sich beim Winterweizen und beim Raps deutliche Rückgänge.

Beim Winterweizen werden in einigen Regionen Ertragseinbussen von bis zu 15 Prozent gemeldet. Beim Raps drohen Einbussen von bis zu 18 Prozent. Neben der wechselhaften Witterung litten die Betriebe laut DBV darunter, dass die Möglichkeiten zur wirksamen Bekämpfung von Schädlingen eingeschränkt seien. In manchen Regionen hätten zudem schwere Hagelschauer zu Ernteeinbussen geführt.

Sorge um die Futterversorgung

Besorgt zeigt sich der Bauernverband auch über die Situation im Futterbau. Ausbleibende Niederschläge auf Grünland- und Futterbauflächen liessen in vielen Regionen Engpässe bei der Versorgung der Tiere im kommenden Winter befürchten. Auch die Lage bei Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln stuft der DBV als angespannt ein.

Für die weitere Entwicklung der Bestände seien dringend ausreichende Niederschläge nötig. Selbst dann seien bestenfalls durchschnittliche Erträge zu erwarten.

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