Die Lager sind randvoll mit Birnensaftkonzentrat. Der Bedarf an Mostbirnen aus der diesjährigen Erne ist somit klein. Deshalb hat der Schweizer Obstverband einen hohen Rückbehalt beschlossen.
In den vergangenen drei Jahren wurden durchschnittlich 15‘000 Tonnen Mostbirnen geerntet – deutlich mehr als der Markt aufnehmen konnte. Der Schweizer Obstverband geht deshalb davon aus, dass in diesem Jahr lediglich 5‘000 Tonnen benötigt werden.
Aufgrund der aktuellen Marktlage beschloss das Produktezentrum Mostobst des SOV einen Rückbehalt von 10 Franken je 100 kg. Ab einer Erntemenge von 11‘000 Tonnen erhöht sich der Rückbehalt schrittweise, bis auf maximal 17 Franken bei über 15‘000 Tonnen.
Bemühungen des Obstverbandes, die Lager an Birnensaftkonzentrat (BSK) kurzfristig mit zusätzlichen Geldmitteln vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) abzubauen, blieben erfolglos, heisst es im Communiqué am Montag. Auch der Antrag zur Verwendung von BSK im Rahmen der Entwicklungshilfe wurde von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) abgelehnt.
Entspannter sei die Situation bei den Mostäpfeln, teilt der SOV mit. Der Rückbehalt für die diesjährige Ernte beläuft sich auf 3 Franken je 100 kg. Dieser Betrag gilt bei einer Erntemenge unter 80‘000 Tonnen. Werden Mostäpfel geerntet, wird der Rückbehalt schrittweise erhöht. Die Abstufung könne aber nach dem Einfliessen weiterer Daten im Verlauf des Sommers beschlossen werden, heisst es weiter.
Mit dem Rückbehalt, den die Mostobst-Produzenten bezahlen müssen, wird ein Fonds gespiesen, der es ermöglicht, überschüssiges Konzentrat zu exportieren. Dieser Marktentlastungs-Fonds soll gemäss SOV in den nächsten Jahren auf rund 5 Mio. Fr. geäufnet werden. Damit soll verhindert werden, dass die Preise infolge eines Überangebots in den Keller rutschen.