Inflation auf tiefstem Stand seit fünf Jahren

Die Jahresinflation in der Schweiz ist 2025 auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren gefallen. Vor allem der starke Franken hat dazu beigetragen, dass die Teuerung zuletzt wieder nahe bei null lag.

awp |

Das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlicht am Donnerstag den Dezember-Wert des Landesindex der Konsumentenpreise (LIK). Damit wird auch der definitive Jahresdurchschnitt der Schweizer Inflation für 2025 bekannt.

Da bereits elf der zwölf Monatswerte vorliegen, sind keine grösseren Überraschungen mehr zu erwarten. Der Jahresdurchschnitt dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit zwischen 0,1 und 0,2 Prozent liegen.

Leichte Deflation im Mai

Den Höchststand erreichte die Inflation hierzulande bereits im Januar mit 0,4 Prozent. In der Folge ging sie deutlich zurück – begünstigt durch die Verunsicherung rund um die Zollpolitik von Donald Trump sowie die damit verbundene Aufwertung des Frankens, insbesondere gegenüber dem US-Dollar.

Im Mai fiel die Teuerung mit -0,1 Prozent vorübergehend sogar leicht in den negativen Bereich. Zwar zog sie im Sommer nochmals etwas an, ab Oktober zeigte sie jedoch erneut eine rückläufige Tendenz. Im November lag die Inflation mit 0,0 Prozent wieder nahe dem Jahrestief beziehungsweise an der Schwelle zur Deflation.

Starker Anstieg nach Angriff auf Ukraine

Noch tiefer als im Jahresdurchschnitt 2025 lag die Inflation zuletzt im ersten Pandemiejahr 2020. Damals bewegte sich die Teuerung deutlich im negativen Bereich und betrug im Jahresmittel -0,7 Prozent. 2021 stieg die Inflation moderat auf +0,6 Prozent. Ab 2022 kam es jedoch zu einem markanten Anstieg. Insbesondere der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine ab Februar 2022 liess die Rohstoffpreise und damit auch die Inflation stark anziehen.

Im August 2022 erreichte sie mit 3,5 Prozent einen seit Jahren nicht mehr gesehenen Höchststand. Im Jahresdurchschnitt 2022 lag die Teuerung bei 2,8 Prozent, 2023 betrug sie noch immer vergleichsweise hohe 2,1 Prozent.

SNB erhöhte Zinsen

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) reagierte damals mit einer raschen und deutlichen Straffung der Geldpolitik und erhöhte die Leitzinsen markant, um den Preisdruck einzudämmen. Ziel der SNB ist es bekanntlich, die Inflation im Bereich von 0 bis 2 Prozent zu halten.

Mit dem erneuten Rückgang der Teuerung in Richtung null senkten die Währungshüter die Zinsen später wieder. Seit einiger Zeit liegt der Leitzins erneut bei null. Die SNB-Spitze betonte dabei wiederholt, dass Negativzinsen wegen ihrer unerwünschten Nebenwirkungen nur als Notfallinstrument in Frage kämen.

«Hohe Hürden»

Die Hürden für eine erneute Einführung von Negativzinsen seien «weiterhin sehr hoch», erklärte der seit Oktober 2024 amtierende SNB-Präsident Martin Schlegel zuletzt anlässlich der geldpolitischen Lagebeurteilung im vergangenen Dezember. Sollte die Inflation jedoch in den kommenden Monaten deutlich in den negativen Bereich fallen, wären Negativzinsen also wohl nicht ausgeschlossen.

Aus heutiger Sicht rechnet die Nationalbank allerdings nicht mit einem solchen Szenario. Für 2026 erwartet sie im Jahresdurchschnitt eine etwas höhere Inflation von rund 0,3 Prozent, und auch die meisten Ökonomen gehen derzeit von einer Teuerung in dieser Grössenordnung aus. Ab 2027 dürfte sich die Inflation gemäss den Schätzungen dann wieder etwas deutlicher von der Null-Linie nach oben entfernen.

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