Käseexporte nahmen dank guter zweiter Jahreshälfte zu

Die Schweizer Käsebranche hat dem starken Franken getrotzt und 2011 mehr Käse exportiert als im Vorjahr. Zugelegt haben vor allem Spezialitäten wie Raclettekäse und Tête de Moine. Die bekannten Sorten wie Appenzeller hingegen büssten ein. Zugenommen haben aber auch die Importe.

sda |

Die Schweizer Käsebranche hat dem starken Franken getrotzt und 2011 mehr Käse exportiert als im Vorjahr. Zugelegt haben vor allem Spezialitäten wie Raclettekäse und Tête de Moine. Die bekannten Sorten wie Appenzeller hingegen büssten ein. Zugenommen haben aber auch die Importe.

Das Halbjahresergebnis hatte noch düster ausgesehen: Ein Minus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr musste die Branche im August verkünden. Doch in der zweiten Jahreshälfte verbesserte sich die Lage deutlich. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 920 Tonnen Käse mehr (1,4 Prozent) exportiert als 2010: 64’528 Tonnen. Dies teilte  die Switzerland Cheese Marketing AG am Montag mit.

Weniger Schmelzkäse und Fertigfondue

Dass trotz der Frankenstärke letztlich mehr Käse ins Ausland verkauft werden konnte, führt die Organisation auf verstärkte Verkaufsförderungsmassnahmen zurück. Dadurch habe der anfängliche Negativtrend im zweiten Halbjahr gebremst werden können.

Weniger gut war 2011 allerdings für die bekanntesten Schweizer Käsesorten. Sowohl Appenzeller als auch Le Gruyère und Emmentaler mussten Verluste hinnehmen. Am stärksten ging der Export von Emmentaler zurück: um 9,4 Prozent.

Spezialiäten auf dem Vormarsch beim Export

Am meisten zugelegt hat die Kategorie der sogenannten übrigen Halbhartkäse, zu der etliche kleinere Spezialitäten zählen. «Sie profitierten von der Türöffnerfunktion der bekannten Sortenkäse», heisst es im Communiqué.

TSM Treuhand und Switzerland Cheese Marketing AG halten die Spezialitäten denn auch für «die grossen Gewinner». Ihr Export nahm von 4202,6 Tonnen im Jahr 2010 auf 7234,5 Tonnen im Jahr 2011 zu. Wie es bei TSM hiess, handelt es sich bei den Spezialitäten um kleine Sorten, etwa Berg- und Alpkäse. Namen nannte TSM-Geschäftsleitungsmitglied Peter Streit auf Anfrage der sda nicht. 

Auch vom Raclettekäse wurden etwa 104 Tonnen mehr verkauft (+7,8 Prozent). Der Vacherin Fribourgeois legte um 10 Tonnen oder 3,3 Prozent zu und der Tête de Moine um 4 Tonnen oder 0,3 Prozent.

Mehr Käse importiert

Verloren hat auf der anderen Seite auch der Schmelzkäse, dessen Export um 20,9 Prozent zurückging. Auch Fertigfondue und übrige Weichkäse mussten Einbussen zwischen 10 und 15 Prozent hinnehmen.

Der exportierte Schweizer Käse landete auch 2011 in erster Linie auf deutschen Tellern. Rund 40 Prozent aller Exporte gingen nach Deutschland.

Im liberalisierten Käsemarkt hat die Schweiz nicht nur mehr Käse ausgeführt - sie hat 2011 auch 2002 Tonnen (+4,3 Prozent) mehr Käse importiert. Gesamthaft waren es 48’892 Tonnen. Die meisten Importkäse stammten aus Italien, Frankreich und Deutschland.

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