Liechtensteinern bleibt mehr Geld übrig als Schweizern

Liechtensteinern bleibt nach Abzug von Steuern und Haushaltsausgaben deutlich mehr im Portemonnaie, als Schweizern. Während den Einwohnern des Fürstentums im Durchschnitt 59 Prozent des Bruttolohnes zur freien Verfügung bleiben, sind es in der Schweiz 44 Prozent.

sda |

Liechtensteinern bleibt nach Abzug von Steuern und Haushaltsausgaben deutlich mehr im Portemonnaie, als Schweizern. Während den Einwohnern des Fürstentums im Durchschnitt 59 Prozent des Bruttolohnes zur freien Verfügung bleiben, sind es in der Schweiz 44 Prozent.

Im Schnitt bleiben den Liechtensteinern vom Bruttoeinkommen also 15 Prozentpunkte mehr übrig zur freien Verfügung, wie die Regierung in Vaduz am Mittwoch mitteilte. Oder anders formuliert: Bei gleichem Bruttoeinkommen bleibt Liechtensteinern nach zwingenden Abgaben, Abzügen und Ausgaben ein Drittel mehr Geld zur freien Verfügung als Schweizern.

Diskussion um höhere Tarife

Das sind die Resultate einer breit angelegten Studie, welche das Liechtenstein-Institut im Auftrag des liechtensteinischen Ministeriums für Gesellschaft erstellte. Als frei verfügbares Einkommen definiert wurde das Bruttoeinkommen abzüglich Steuern, Sozialabgaben und zwingenden Ausgaben für Wohnen, Essen und Pendeln,

Auslöser für die Arbeit waren wiederkehrende Diskussion im Fürstentum um die Höhe von Tarifen im Gesundheits- und Sozialwesen. Ein oft vorgebrachtes Argument bei Tarifverhandlungen lautet, die Lebenshaltungskosten seien höher als in der Schweiz. Damit würden höhere Tarife als im Nachbarland gerechtfertigt, schrieb die Regierung. Diese Argumente basierten jedoch nur auf Annahmen.

«Mehr Netto vom Brutto»

In der Studie wurden diese Annahmen wissenschaftlich geprüft - und widerlegt. Das salopp formulierte Fazit lautet: «Liechtensteinern bleibt gegenüber den Schweizern wesentlich mehr Netto vom Brutto», unabhängig von der Höhe des Einkommens, der familiären Situation oder des Wohnortes.

Der wichtigste Faktor für den Unterschied ist die Steuerbelastung, die im Fürstentum deutlich tiefer ist. Auch die Sozialabgaben sind im Zwergstaat geringer. Umgekehrt erhalten die Liechtensteiner vom Staat höhere Transferzahlungen, wie Kinderzulagen oder Prämienverbilligungen.

Lebenshaltungskosten praktisch identisch

Dieser Effekt wird nicht, wie oft vermutet, durch die Lebenshaltungskosten aufgehoben. Die sind laut der Studie entgegen den Vermutungen praktisch identisch mit denen in der Schweiz. Lediglich die Wohnkosten sind im Fürstentum etwas höher als in vielen - aber nicht allen - schweizerischen Gemeinden. Zwingende Ausgaben für Lebensmittel und Mobilität sind hingegen vergleichbar.

In der Studie nicht berücksichtigt wurden die Unterschiede bei den Bruttoeinkommen. Die Autoren gehen aber davon aus, dass die Löhne im Ländle in vielen Fällen höher sind als in der Schweiz. Dieser Umstand verstärke die Ungleichheit zwischen den Ländern.
«Vielen Haushalten in Liechtenstein eröffnen sich Konsum- und Sparmöglichkeiten, weiche die von vergleichbaren Schweizer Haushalten deutlich übersteigen», schreiben die Studienverantwortlichen.

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