Die Einführung eines Pfandsystems für Getränkeflaschen und Aludosen wird von einer Mehrheit der Schweizer abgelehnt. Dies ergab eine repräsentative Umfrage bei 600 Personen, die im Auftrag von PET-Recycling Schweiz vom Martkforschungsinstitut GFK durchgeführt wurde.
Anlass für die Umfrage sei eine parlamentarische Initiative im Nationalrat, die ein Pflichtpfand für Getränkeflaschen und -dosen verlangt, heisst es in der Mitteilung von PET-Recyling vom Mittwoch. Ziel soll die Eindämmung des Litterings sein.
Die Umweltkommission des Nationalrates empfiehlt die Initiative zur Ablehnung. Der Nationalrat wird sich voraussichtlich noch in der laufenden Frühjahrssession zur Pfandeinführung äussern.
Bei der Umfrage habe sich spontan, also ohne Hintergrundinformation, eine Mehrheit der Befragten für das Pfand ausgesprochen, heisst es in der Mitteilung. Konfrontiert mit den Konsequenzen der Pfandeinführung hätten viele ihre Haltung geändert. Fast zwei Drittel der in der Deutsch- und Westschweiz befragten Personen hätten schliesslich das Pfandsystem abgelehnt. Die höchste Ablehnung gab es bei den jungen Personen, Personen mit hoher Bildung, bei jungen Familien und in ländlichen Regionen.
Der Hauptgrund für die Ablehnung liege bei der «starken Einschränkung des Komforts» bei der Entsorgung, indem die Zahl der Sammelstellen von 65'000 auf 6000 sinken würde, heisst es in der Mitteilung. Für die Rücknahme wäre beim Pfandsystem nur noch der Handel zuständig. Die höheren Kosten hätten einen geringeren Einfluss auf die Haltung der Befragten gehabt.
Die Rücklaufquote liegt gemäss PET-Reccling bei 92 Prozent