Megatrends der Biobranche

Für die Zukunft der Biobranche spielen die sechs Megatrends Individualisierung, Konnektivität, Neoökologie, Globalisierung, Gesundheit und Mobilität eine besondere Rolle.

Für die Zukunft der Biobranche spielen die sechs Megatrends Individualisierung, Konnektivität, Neoökologie, Globalisierung, Gesundheit und Mobilität eine besondere Rolle.

Darauf hat Hanni Rützler vom Zukunftsinstitut am vergangene Woche bei der Vorstellung der Studie „Organic 3.0 Trend- und Potenzialanalyse für die Biozukunft“ hingewiesen, die anlässlich der diesjährigen BioFach angefertigt worden ist.

Megatrends geben Richtung vor

Von diesen Megatrends ausgehend seien drei relevante Cluster gebildet worden, die im Fokus der Studie stünden. Dazu gehörten die Globalkultur, die Gesundheitsbiographie und Alltagsbio. „Megatrends geben eine Richtung, aber kein Ergebnis vor“, betonte Rützler in Nürnberg. Ihren Worten zufolge sind die verschiedenen Megatrends miteinander vernetzt. Ferner entwickelten sie sich langfristig mit unterschiedlichen Tempi.

Das daraus entstandene Ergebnis sei auch die Entwicklung des gesellschaftlichen Dialoges, erklärte die Wissenschaftlerin. Ihren Worten zufolge hat Bio das Bewusstsein für Qualität vorangetrieben und ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Werthaltungen kommuniziert

Bezüglich des Trends „Individualisierung“ führte Rützler aus, dass die persönliche Wahlfreiheit der Menschen zunehmend in den Fokus rücke. Einzelne Lebensmittel würden immer mehr zum Ausdrucksmittel des Individuums. Über den Konsum von „Lebens-Mitteln“ würden Werthaltungen kommuniziert. Essen werde als „Tool der Weltverbesserung“ oder der Provokation eingesetzt. Je klarer Bioprodukte über ein Qualitätsprofil verfügten, desto leichter könnten sie ihre symbolischeWirkung entfalten.

Bei der „Konnektivität“ gehe es darum, die neuen Medien zu nutzen, also den Kunden einzubinden und ihn dabei zu unterstützen, die eigenen Werte im Alltag leben zu können, erläuterte Rützler. Sie sieht in der Vernetzung grosse Chancen für die Biobranche.

„Hafen für Kunden“

Der Megatrend „Neoökologie“ stehe für das neue Verständnis von Natur, berichtete die Wissenschaftlerin. Für die Biobranche habe dies Vorteile. Es gebe aber auch Konkurrenz mit anderen Naturprodukten. Daher sei ein hollistischer Ansatz notwendig, der die Philosophie der Biolandwirtschaft für den gesamten Produktionszyklus fortschreibe.

Mit Blick auf die „Globalisierung“ ist es laut Studie im Biolebensmittelsektor wichtig, in einer komplexer werdenden Welt auch komplexere Antworten geben zu können. Eine multipolare Welt erfordere „Komplexitäts-Kompetenz und echten Fortschritt“. Bezüglich des Megatrends „Gesundheit“ erklärte Rützler, dass es für die Biobranche keinen Sinn mache, sich um „gesunde Lebensmittel“ mit konventionellen Produkten oder Functional-Food zu messen. Vielmehr gehe es darum, die Auseinandersetzung um gesunde Ernährung neu zu akzentuieren und den Blick auf systemische Zusammenhänge von allgemeiner Lebensführung, Ernährung und Gesundheit zu lenken.

„Mobilität“ werde im Alltag als stressig erlebt. Beispielsweise gebe es das gemeinsame Mittagessen immer weniger. Für die Biobranche bedeutet dieser Trend laut Studie neue Märkte, die Nähe zum Kunden, aber auch das Loslösen von der Herkunft. Somit bringe Mobilität Risiken und Chancen, aber auch eine grössere Optionsvielfalt und die Möglichkeit, Neues zu entdecken. In einem mobilen Umfeld lohne es sich für Produzenten, Verarbeiter und Anbieter, mobil zu sein und zu einem „Hafen für Kunden“ zu werden.

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