Schweizer Unternehmen müssen sich im 1,9 Prozent ihrer Forderungen ans Bein streichen. Bei der letzten Umfrage des Kreditschutzunternehmens Intrum Justitia waren es noch 1,8 Prozent gewesen. Insgesamt beliefen sich die Zahlungsausfälle 2013 auf 8,3 Mrd. Fr. nach 7,8 Mrd. im Vorjahr.
Das brachte 41 Prozent der befragten Schweizer Firmen liquiditätsmässig in die Bredouille, wie der am Montag publizierte European Payment Index 2014 von Intrum Justitia zeigt.
1,9 Prozent Ausfallrate
Allerdings ist die Ausfallrate von 1,9 Prozent nicht allzu schlecht. 2009 und 2012 lag sie mit 2,3 Prozent deutlich höher. Und im Europavergleich steht die Schweiz auch recht gut da, müssen dort doch 3,1 Prozent der Forderungen abgeschrieben werden. Im Vorjahr waren es noch 3 Prozent gewesen. Insgesamt beliefen sich die Zahlungsausfälle in Europa auf nicht weniger als 360 Mrd. Euro.
76 Prozent der Schweizer Unternehmen meldeten, noch keine Belebung der Konjunktur beziehungsweise keine positiven Auswirkungen davon zu spüren. In ganz Europa waren es 72 Prozent.
Heizt Arbeitslosigkeit an
Die Zahlungsausfälle heizen die Arbeitslosigkeit an. Gemäss Intrum Justitia sind 40 Prozent der europäischen Unternehmen überzeugt, die Ausfälle hinderten sie an der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein Viertel war der Auffassung, deswegen sogar Leute entlassen zu müssen.
In der Schweiz stellten 15 Prozent der befragten Firmen wegen ausgefallener Zahlungen niemanden ein und 10 Prozent entliessen sogar Leute. Am schwersten betroffen waren zudem kleinere und mittlere Unternehmen, also jene Firmen, die für den Grossteil des Wachstums verantwortlich sind, lautet ein weiterer Schluss der Befragung.
55 Prozent aller Firmen, die an der Befragung teilnahmen, litten unter ausbleibenden oder verspäteten Bezahlungen. Das stellt den höchsten Wert in der seit 1998 unternommenen Befragung dar. Für den Index werden jeweils in den ersten Monaten des Jahres rund 10'000 Unternehmen in 31 Ländern befragt.