Der Verein wirft dem Detailhändler vor, von Früchte- und Gemüselieferanten mit einem pauschalen Abzug von 3 Prozent auf dem Warenwert jährlich 12 Millionen Franken einzuheimsen. Die Migros verteidigt die jahrelange Praxis als rechtmässig.
FMS bezeichnet das sogenannte Skonto-Regime in einer Mitteilung vom Donnerstag als faktische Preissenkung ohne Wahlmöglichkeit für die Produzenten. Anders als bei einem klassischen Skonto könnten die Lieferanten demnach nicht zwischen schneller Zahlung mit Rabatt oder späterer Zahlung ohne Abzug wählen.
Die Migros weist die Vorwürfe zurück. Die Kritik von FMS sei «nicht nachvollziehbar», erklärte eine Migros-Sprecherin der Nachrichtenagentur AWP auf Anfrage. Die Vertragsbedingungen seien seit Jahrzehnten üblich, rechtlich einwandfrei und in der Praxis bewährt. Ein allfälliger Skonto sei Teil des Kaufvertrags und werde von den Lieferanten berücksichtigt. «Die Migros legt grossen Wert auf einen korrekten Umgang mit ihren Lieferanten und auf eine faire Preisgestaltung.»
Bereits im vergangenen Jahr hatte FMS eine ähnliche Anzeige gegen Coop eingereicht. Coop verzichtete daraufhin auf die geplante schweizweite Einführung einer pauschalen Rückvergütung von 3 Prozent für Früchte- und Gemüselieferanten. Der Fall gilt als Beispiel für den starken Preisdruck und die Abhängigkeit vieler Produzenten von den grossen Schweizer Detailhändlern.
