
Der Gruyère AOP hat sich trotz des unsicheren geopolitischen Umfeldes «ausgezeichnet» gehalten, so die Sortenorganisation.
Gruyère AOP
Am 24. Juli 2026 haben die USA neue Zölle eingeführt. Für Importe aus der Schweiz wird ein variabler Zusatzzoll von maximal 12,5 Prozent erhoben, wobei die bestehenden regulären Einfuhrzölle angerechnet werden. Diese neuen Zölle ersetzen die seit Februar 2026 geltenden Zusatzzölle. Für den Export von Gruyère wird die Situation dadurch leicht besser, wie die Sortenorganisation mitteilt.
Dieser Entscheid der Trump-Administration falle jedoch in eine Zeit, in der sich das Konsumklima in den USA weiter verschlechtert und in der die Wechselkurse die Exporte von Gruyère AOP zusätzlich belasten. Darüber hinaus verliert Gruyère AOP gegenüber Käsen aus Ländern wie den EU-Mitgliedstaaten, die insgesamt nur mit 10 Prozent verzollt werden, an Wettbewerbsfähigkeit, so die Sortenorganisation. Sie möchte deshalb die Gespräche mit den USA fortsetzen.
Unsicherheit durch unstete US-Zollpolitik
Die US-Zölle für Schweizer Käseexporte waren in den letzten zwei Jahren äusserst unbeständig. Nach den regulären, einstelligen Zollsätzen bis Anfang 2025 folgte im August der drastische «Trump-Zollhammer» von 39 Prozent. Dieser wurde nach Verhandlungen erst auf maximal 15 Prozent gedeckelt und im Februar 2026 durch einen pauschalen Zusatzzoll von 10 Prozent abgelöst. Seit dem 24. Juli 2026 gilt nun eine stabilere Gesamtbelastung von maximal 12,5 Prozent.

Im Jahr 2025 gingen rund 11,5 Prozent der Gesamtproduktion in die USA.
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Laut der Sortenorganisation Gruyère AOP bringt dies zwar eine leichte Entlastung, die Bedingungen bleiben jedoch immer noch schlechter als vor Beginn der Sonderzölle im Jahr 2025. Trotzdem kann die Bilanz für den Gruyère AOP für das Jahr 2025 «angesichts des geopolitischen Umfelds als ausgezeichnet bezeichnet werden», heisst es im Jahresbericht der Sortenorganisation.
Produktion wurde schrittweise eingeschränkt
Nach einem guten Jahresbeginn mit stabilen Verkäufen und normalen Lagerbeständen verschlechterten sich die Rahmenbedingungen aufgrund des internationalen Umfelds. Vor allem die US-Zölle, der starke Franken und die geringere Nachfrage in den USA belasteten die Exporte. Nach der Ankündigung der amerikanischen Zölle reagierte die Sortenorganisation jedoch besonnen.

Trotz der schwierigen geopolitischen Lage stieg die Produktion im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent.
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Um steigende Lagerbestände zu verhindern, wurde die Produktion im Jahresverlauf schrittweise eingeschränkt. Betroffen waren der Gruyère d'Alpage AOP, Bio sowie Gruyère AOP Traditionnel. Insgesamt wurden 2025 dennoch 31'683 Tonnen produziert, was einem Anstieg von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
-> Artikel vom August 2025: Mengenkürzung soll US-Zollhammer auffangen
Sortenorganisation fordert weitere Verhandlungen
Der Gesamtabsatz sank auf 31'210 Tonnen. Die Exporte gingen um 7,4 Prozent zurück, was insbesondere auf die schwierige Marktlage in den USA zurückzuführen sei. Die USA nehmen fast ein Drittel der Exportmenge auf. Gleichzeitig erreichte der Absatz in der Schweiz mit 19'131 Tonnen (+2,5 Prozent) einen Rekordwert, der den Exportrückgang teilweise ausgleichen konnte.

Der Exportrückgang konnte im Jahr 2025 durch eine gestiegene Inlandsnachfrage ausgeglichen werden.
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In einer Mitteilung von vergangenem Wochenende fordert die Sortenorganisation Gruyère dazu auf, die Verhandlungen zwischen der Schweiz und den USA fortzusetzen. Ziel sei es, «den normalen Zugang zu diesem wichtigen Markt wiederherzustellen und Wettbewerbsverzerrungen aufgrund unterschiedlicher Zollansätze gegenüber den wichtigsten Wirtschaftsräumen zu vermeiden».